Gearschtrubar Hüüs, Hausnummer 287 in den 1920er Jahren
Foto: Archiv von Peter Traskalik
Ich (Peter Fink) habe in meinem Beitrag „Gerschtrubars Heinrich und der Oberschtdoarfar Löunar“ (Heft 78 / Juli 2021) fälschlicherweise geschrieben: „Heinrich (Berktold) wurde am 30. November 1891 im Bergdorf Gerstruben geboren.“
Gott sei Dank gibt es aber aufmerksame und kundige Leserinnen und Leser und so hat mir Franz Bisle diese sehr genauen und aufschlussreichen Anmerkungen dankenswerterweise zukommen lassen:
„Heinrich ist laut Eintrag in der Abschrift der Oberstdorfer Kirchenbücher 1891 nicht in Gerstruben geboren, sondern am „Burgstall“. Sein Vater Josef kam ebenfalls schon im „Doarf“ zur Welt, und zwar am 11.09.1850 im Gearschtrubar
Hüüs Nr. 287 (heute Ecke Weststraße/Blumengasse).
Das wird bereits beim Großvater Johann Berktold 1834 als Heiratsadresse angegeben. Heinrichs Großvater (mein Ururgroßvater) starb am 27.04.1853 auch in Oberstdorf, allerdings ist er am 23.11.1810 noch in Gerstruben geboren.
Spätestens mit 24 Jahren hatte er also bereits Gerstruben verlassen. Sein Vater Johann Thaddäus, also Heinrichs Urgroßvater, und wenige Monate davor auch seine Mutter waren schon 1832 in Gerstruben verstorben.
Welche Berktold-Linie 1892 aus Gerstruben wegzog, habe ich noch nicht genau herausbekommen, aber keinesfalls waren es Heinrichs Eltern.
Max Schiebel, der Mann einer weiteren Cousine von Heinrich Berktold, hat mir etwa um 1990 erzählt, dass Heinrichs Vater Josef eigentlich Gearschtrubarmändles Josef genannt wurde und das Anwesen (vielleicht auch nur der Boden) an der Burgstallsteige aus dem Erbgut des Vaters Johann stammte.
Interessanterweise steht genau auf der Seite vor dem Anfang des Artikels über Heinrich das Gassenkuhverzeichnis von Willi Berktold. Und dort ist die Gassenkuh von Heinrich mit der Rechtlernummer 287 verzeichnet, die der Herkunft
nach dem Geburtshaus seines Vaters entspricht. Laut Hans Schraudolf besagt dies aber noch nicht, dass Heinrich der Eigentümer dieses Rechtes war, er könnte es auch nur zur Nutzung überlassen bekommen haben.
Ein bisschen merkwürdig erscheint mir schon, dass das Haus Nr. 287 im Jahr 1890 nach dem Tod von Heinrichs Großmutter Anna, geb. Haneberg, zwar auf deren jüngsten Sohn Josef, also Heinrichs Vater übertragen wurde, er dann 1891 geheiratet hatte und sein Sohn Heinrich noch im selben Jahr dann ausgerechnet am Burgstall geboren wurde. Vielleicht war die Mutter einfach nicht mehr rechtzeitig von der Arbeit auf dem Gut dort ins Dorf zurückgekommen. Heinrichs jüngere Brüder Carl (1893) und Urban (1897) sind jedenfalls im Haus Nr. 287 zur Welt gekommen.“