Eugen Thomma am 21. Mai 2022 bei der Feier des 90. Jubiläums des Heimatmuseums
Eugen hat uns im gesegneten Alter von 90 Jahren für immer verlassen. Dies ist zu aller erst ein schmerzhafter Verlust für seine Frau, seine Kinder, seine Angehörigen. Ihnen gelten unser aufrichtiges Mitgefühl und unser Beileid.
Aber auch bei uns hinterlässt Eugen eine Leerstelle, die wohl niemand auszufüllen vermag. Heuer jährt sich zum vierzigsten Mal, dass „Unser Oberstdorf“ erstmals erschienen ist. Die achtzig Ausgaben seit 1982 haben viele Autorinnen und Autoren kommen und gehen gesehen, aber keiner hat 40 Jahre lang ununterbrochen für unser
Heft geschrieben. Ab 1996 war Eugen auch Mitglied der Redaktion. In Heft 1 veröffentlichte Eugen neben zwei Jahreschroniken einen Artikel über Wilhelm Math, den Holzbildhauer, Heimatforscher und Museumspfleger. Diesen
Beiträgen folgten über 150 weitere im Laufe der Jahre und noch in Heft 79 sind fünf von ihm verfasste Artikel aufgelistet. Für all diese Verdienste wurde Eugen 2021 zum Ehrenmitglied des Verschönerungsvereins ernannt.
Aber nicht nur die Fülle seiner Beiträge, sondern auch die sprachliche und inhaltliche Qualität seiner Arbeiten, sein immenses Wissen um die Oberstdorfer Heimatgeschichte und seinen Humor und seine Erzählfreude, die jede Redaktionssitzung zum Erlebnis werden ließen, werden wir nicht mehr erleben dürfen.
Eugen, vrgealt‘s Gott fr alls!
Die Redaktion von„UnserOberstdorf“
Die Arbeit für „Unser Oberstdorf“ war jedoch nur ein Teil seines vielfältigen Wirkens. Deshalb wollten wir den vielen anderen Weggefährten Eugens die Möglichkeit bieten, mit eigenen Beiträgen seiner zu gedenken und somit ein umfassenderes Bild dieser markanten Persönlichkeit zu zeichnen.
Wir danken all denen, die Eugen auf diesem Wege ihre Referenz erwiesen haben!
Eugen Thomma – sein Arbeitsinhalt war die Vergangenheit, sein persönliches Leben geprägt von der Zukunft.
Frisch gebrühter Kaffee begrüßte Eugen an seinem Schreibtisch im Archiv. Oft war sein Arbeitseifer stärker und der Kaffee wurde kalt. „Das Archiv ist mein Lebenselixier!“, erklärte Eugen stolz, wenn er nach einer gesundheitlichen Talsohle wieder an seinem Arbeitsplatz im Oberstdorf Haus saß. Hier hat er die Zeit und seine körperlichen Einschränkungen vergessen. „Was, schon wieder Feierabend? Das gibt’s ja gar nicht!“, murmelte er ganz verwundert, wenn er an das Dienstende erinnert wurde.
Eugen war immer positiv denkend und voller Tatendrang und fast schon enttäuscht, wenn Feiertage oder Urlaub anstanden. Technisch gut ausgestattet, arbeitete er an „seinen schlechten Tagen“ und während der Pandemie aus dem Homeoffice. Es gab kaum einen Tag, an dem er nicht als Archivar gefragt war.
Mit List, Hartnäckigkeit, Verschwiegenheit und Voraussicht hat er vermeintlich unlösbare Aufgaben gemeistert und aufwendige Projekte realisiert. Eugen, ein pfiffiges Schlitzohr mit manchmal unkonventionellen Lösungsansätzen. Kaum zeigte sich das Ende eines Projektes, waren seine Gedanken schon bei seinem nächsten Plan. Bürokratische Pflichten konnte er mit einem charmanten Lächeln und einer Geschichte aus seinem erfüllten Leben und der Frage ignorieren: „So, was gehen wir jetzt an, was haben wir noch?“
Der Archivar hat sich für Anfragen immer Zeit genommen, genau überlegt, welche Netzwerke er nutzen kann, welche Informationen noch sinnvoll und hilfreich sein könnten. Eine Unmenge an Zahlen, Daten und Fakten hatte er immer abrufbar im Kopf und auf seine Gedächtnisstärke war bis ins hohe Alter Verlass.
„Eugen hätte es aus dem Stand gewusst.“ – Dieser Satz begleitet uns, die Kolleginnen und Kollegen, immer wieder in unserem Tun. Sein Platz ist leer, in unseren Gedanken ist Eugen aber präsent wie eh und je.
Im Himmel wird sicher gerade das Archiv digitalisiert …
Kolleginnen und Kollegen der Marktgemeinde Oberstdorf
Eugen Thomma ist bereits im jungen Alter von 14 Jahren in den letzten Tagen des 2. Weltkriegs im Jahr 1945 in den Feuerwehrdienst eingetreten. In dieser sicherlich nicht einfachen Zeit des Wiederaufbaus war Eugen zwar als „einfacher Spritzer“, aber mit ordentlich Kraft und handwerklichem Geschick ein wichtiger Teil einer noch kleinen Mannschaft.
Während der Sonntags-Bereitschaftsdienste in den 70er bis 90er Jahren, aber auch bei den Ausflügen, an denen Eugen gerne teilnahm, lernte mancher Feuerwehrkamerad Eugen als einen eifrigen Schafkopfspieler und vor allem Erzähler von Geschichten über Alt-Oberstdorf kennen.
So war es auch kein Wunder, dass es vor allem Eugen war, der mit Bild- und Textmaterial wesentlich an der Erstellung unserer Chroniken zum 100-jährigen, später auch zum 110-jährigen Jubiläum beigetragen hat. Auf Basis dieses soliden Werks konnten wir unsere Chroniken bis zum Jahr 1999 anlässlich unseres 125-jährigen Jubiläums ausarbeiten.
Eugen verfasste viele Berichte über unsere Wehr im „Unser Oberstdorf“ und hat an der Gedenkschrift zum Großen Brand wesentlich mitgewirkt, ebenso beim Texten für die auf dem Rundweg verteilten Infotafeln und mit seinem Vortrag im vollbesetzten Saal im Oberstdorf Haus.
Mit dem Tode von Eugen Thomma verliert die Freiwillige Feuerwehr Oberstdorf nicht nur einen verdienten Kameraden, sondern auch einen bedeutenden Teil eines lebendigen Geschichtsbuches. Zuletzt, bei der Vorbereitung unserer Gedenkschrift zum Großen Brand, hat Eugen viele, auch junge Kameraden mit seinen Erzählungen aus vergangenen Tagen gefesselt. So verging mancher Abend mehr damit, Geschichten aus Eugens Nähkästchen zu hören, als weiter am Text zu arbeiten.
Wir Feuerwehrler sagen Eugen ein letztes Mal für das alles „Vergelt’s Gott“.
Überraschend erreichte die Vorstandschaft und alle, die sich dem Oberstdorfer Heimatmuseum verbunden fühlen, die Nachricht vom plötzlichen Tod des Ehrenmitglieds Eugen Thomma im gesegneten Alter von 90 Jahren.
Noch bei der Hauptversammlung des Museumsvereins hatte er alle Zuhörer mit seinem Vortrag über den „Dorfbach und seine Anlieger“ begeistert (er wollte ihn sogar im Herbst wiederholen) und gemeinsam mit ihm durften wir noch am 21. Mai unser gelungenes 90-jähriges Jubiläum feiern.
Für Oberstdorf, besonders aber für das Museum, ist sein Tod ein herber Verlust, wusste er doch mit seinem phantastischen Gedächtnis bei vielen Fragen, welche die Geschichte und besonders die Historie Oberstdorfs betrafen, fast immer eine passende Auskunft oder einen Rat. Aber auch seine freundliche, bescheidene Art, seine interessanten Erzählungen, vor allem aber sein Wissen haben uns immer wieder verblüfft und werden uns fehlen. Seine Erzählfreude war unerreicht und hat die Zuhörer mitgerissen und gefesselt.
Von 1975 bis 2002 war Eugen als Museumspfleger Ideengeber und verantwortlich für viele Umbauten und Veranstaltungen. Durch seine Tätigkeit beim Markt Oberstdorf konnte er so dafür kämpfen, dass dem Museum Raum für Raum zurückgegeben wurde. Mit der Vorstandschaft schuf er den neuen Rundgang, baute den Keller aus und organisierte dort unzählige Sonderausstellungen.
Sein Leben war, vor allem bedingt durch die Kriegszeit, von mancher Veränderung geprägt. 1938 kam seine Familie von Blaichach nach Oberstdorf und so ging er hier zur Schule. Einige Sommer verbrachte er auf verschiedenen Alpen. Dorthin nahm er sogar seine Bücher mit und eignete sich viel Wissen an.
Auch nach seiner Lehrzeit als Zimmermann war er noch etliche Jahre als Hirte in den Bergen. Gerade in der Nachkriegszeit übte er die verschiedensten Tätigkeiten aus, bis er dann als „Altbewerber“ bei der Polizei des Freistaates Bayern eine Stelle erhielt. Später schlug er sogar eine Versetzung in das Bundeskriminalamt aus und kündigte, um in Oberstdorf bleiben zu können. Hier erhielt er nun die Stelle als Leiter des Rechts- und Ordnungsamtes und war dort bis zu seiner Rente 22 Jahre lang tätig.
Gerade als rüstiger Rentner fand er dann als „Geschichtsforscher“ ein breites Betätigungsfeld. Er kümmerte sich um das Gemeindearchiv, half beim Mundartwörterbuch, schrieb einige Theaterstücke, verfasste das Heft „Aus Oberstdorfs vergangenen Tagen“, lieferte viele Beiträge für das beliebte Heft „Unser Oberstdorf“, war behilflich bei Radio- und Fernsehsendungen, ging gerne mal auf Reisen und eignete sich sogar einige Computerkenntnisse an.
Die Gemeinde würdigte seine Verdienste mit der Bürgermedaille.
Vor allem blieb er – und dafür möchten wir ihm nochmals danken – immer dem Heimatmuseum verbunden und stand uns mit Rat und Tat zur Seite. So werden wir ihn immer in guter Erinnerung behalten und ihm ein ehrendes Gedenken bewahren.
Im Namen des Vorstandes des Oberstdorfer Heimatmuseums und des Altvorstandes Albert Vogler, der diese Zeilen verfasst hat.
_Tipp: Geschichten von Eugen Thomma können Sie auf der CD des Mundartwörterbuches anhören
www.heimatmuseum-oberstdorf.de/mundart_
Mit Eugen haben wir nicht nur unseren „Feadrfuxar“ und „Theaterschriibar“, wie er sich selbst gerne nannte, verloren; Oberstdorf hat einen besonderen Menschen und eine bedeutende Persönlichkeit weniger.
Erste „Theaterluft“ schnupperte Eugen durch sein Mitwirken beim Freilichtspiel „Voar 500 Johr“ von I_rmin Schwendiger_ zur Markterhebung im Jahre 1995.
Als Verfasser unzähliger geschichtlicher Dokumentationen über unsere Heimat wagte sich Eugen um die Jahrtausendwende in ein neues Metier: das Theater. Das Stück „Gearschtrub ar Huimat“ von Josef Rees, welches 1951 zum 50-jährigen Jubiläum des Gebirgstrachten- und Heimatschutzvereins uraufgeführt wurde, sollte 2001 zum 100-jährigen neu aufgelegt werden. Leider war der 3. Akt hierzu unauffindbar und so fasste sich Eugen ein Herz und ergänzte das Stück mit einer Szene, die 10 Jahre nach dem Verkauf Gerstrubens spielte. Im Laufe der Vorbereitung tauchte der 3. Akt der Rees-Fassung doch noch auf. So entschied man sich, das Stück mit 4 Aufzügen zu spielen.
Der Grundstein war nun gelegt: In der Theatergruppe bestand der Wunsch, an die Erfolge anzuknüpfen und Eugen lieferte das Thema dazu: Oberstdorfs Anschluss an das Eisenbahnnetz. „Ma müeß mit dr Zit gong …“ war der Titel dieses Stücks und der Trachtenverein war letztlich bereit dazu, eine „Stube“ als Kulisse in Auftrag zu geben und das Risiko für das Projekt zu übernehmen. Während der Probenphase ließ sich Eugen davon überzeugen, dass die Geschichte erst dann authentisch wirkt, wenn der Zug auch tatsächlich kommt.
Ein langer Sommerabend im Schulhof der damaligen Hauptschule führte nach ein paar Kaltgetränken im kleinen Kreis schließlich zu Eugens Einverständnis: Er arbeitet einen Akt am Oberstdorfer Bahnhof aus und die Theatergruppe organisiert das Bühnenbild dazu.
Nun stand einem der größten und prägendsten Themen der Oberstdorfer Geschichte nichts mehr im Wege: Mit „_Klara_“ wurde das Thema des Großen Brandes in Angriff genommen. Die Hürde der technischen Herausforderung zu überwinden und die Tragik der Brandnacht, die Alt-Oberstdorf zu großen Teilen unwiederbringlich zerstörte, in Szene zu setzen, traute sich Eugen nun zu, nachdem ja die Eisenbahn schon ins Kurhaus gefahren war.
Nach so viel bewegender Geschichte unserer Heimat wurden Forderungen laut, ein heiteres Stück auf den Weg zu schicken. Eugen betonte immer wieder, dass es viel schwieriger für ihn gewesen sei, etwas Lustiges zu Papier zu bringen als etwas Trauriges. Mit dem „Holtschemachar“ Bartl ist ihm das zweifelsfrei gelungen und auf Wunsch aus den Reihen der Theaterspieler ergänzte Eugen die Szenerie um einen Akt auf der Seealpe, der geschichtlich den Bau der ersten Nebelhornbahn zeigt.
Um die Anfänge des Tourismus und die Wünsche der Sommerfrischler ging es im nächsten Stück aus Eugens Feder: „Alls bloas weags de Hearelit“. Die Notjahre nach dem Großen Brand ließen vorausschauende Männer in die Zukunft blicken und erkennen, dass diese womöglich im Tourismus liegen kann. Um das Für und Wider des Moorbades am Rauhen ging es bei diesem Bühnenwerk und dieses Stück spielte nicht nur in der Stube in der „Färbe“ und in der fertig gestellten Badeanstalt, sondern außerdem im Krämerladen des Josef-Anton Vogler.
Nach so viel Theater sollte es im nächsten Stück auch ums „Theater“ gehen. Der Pfarrherr Johann Nepomuk Stützle einstein Ende setzte, indem er den Theaterstadel kaufte und abreißen ließ. Eugen stellte die Geschichte um 1846 mit dem Werk „’s gonz Doarf im Üüfrüehr“ ins Rampenlicht und zeigte einerseits die herausragende dokumentarische Arbeit des Pfarrers auf, andererseits die politischen Wirren der Zeit und die Maßnahmen, um den ungeliebten Geistlichen loszuwerden.
Eugens letztes Werk ließ uns nun vor Kurzem in seine eigene Jugendzeit blicken – ins Rappenalptal. Die Kohlerhütte am Branntweingehren, in der unter anderem auch Wilderer und Schmuggler verkehren, sowie „Schraudolphs Clubhütte“ in Einödsbach sind die Handlungsorte in „1885 – A Gschicht us em Rappenalptal“. Neben der Alpwirtschaft wurde in diesem Stück auch der aufblühende Alpinismus mit dem Bau des zweiten Waltenberger Hauses und der Rappenseehütte dargestellt.
Neben den benannten großen Werken aus Eugens Feder entstanden auch noch zwei kürzere Stücke. Zum einen die „_Pisastudie_“, die spitzbübisch, hintersinnig und parodistisch die Oberstdorfer Abläufe im Schulunterricht darstellt. Und zum anderen Szenerien aus der Entstehungsgeschichte des Verschönerungsvereins zu dessen 150-jährigem Jubiläum im Jahre 2022. Zunächst wurden prägende Ereignisse nach dem großen Brand, die zur Vereinsgründung führten, aufgezeigt, danach das Ganze abgerundet durch die „Wolke 8“, von der die einstigen Gründungsmitglieder des Vereins auf den Festabend blicken und die heutige Vorstandsarbeit in satirischer Bockbierfestmanier Revue passieren lassen.
Mit Eugens Theaterstücken wurde Oberstdorfs Geschichte lebendig und spürbar, wir durften an seinem schier unendlichen Wissen über unsere Heimat und unsere Wurzeln teilhaben. Mit seinem hintergründigen Humor und den ein oder anderen spitzfindigen Bemerkungen hat er uns mitgenommen in seine Zeit, von der er so gerne erzählte und die ihn prägte.
Leider konnte Eugens Wunsch, die 2022 zur Aufführung gebrachten Werke auf der Bühne sehen zu dürfen, nicht mehr erfüllt werden. Im Frühsommer, beim Abschluss der Proben zum ersten Aufzug des Rappenalpstücks, meinte er:
„’s isch glöüb gar it so schleacht, was i do gschriibe ho!“
Der ursprüngliche Titel des Rappenalpstücks lautete: „´s müeß wittr gong“. Unter diesem Motto werden wir die Theatergruppe weiter in die Zukunft führen. Wir werden seine herausragenden Werke in Ehren halten und sind sehr dankbar für alles, was er für uns geleistet hat, nicht zuletzt auch für Erhalt und Pflege unseres Dialekts.
Vrgealt´s Gott, Eugen, fir alls, was Du fir iis dong hosch!
Diine Theatrar
Eugen hat immer genau hingeschaut und darum ist ihm auch kaum etwas entgangen, was die Geschichte Oberstdorfs betrifft.
Dank seiner vielfältigen Lebens- und Berufserfahrung, mit viel Fleiß, neugierigem Spürsinn und nicht zuletzt wegen seiner großen Liebe zur Heimat ist er während seines langen Lebens zum heimatkundigen lebenden Lexikon Oberstdorfs geworden.
In zahllosen Artikeln, Vorträgen, Interviews, Museums-Führungen und Ortsrundgängen hat er mit bedachten Worten sein Wissen über die Geschichte Oberstdorfs geteilt. Ohne seine Unterstützung hätte ich nie den Mut aufgebracht, den Band V der Oberstdorfer Geschichte anzupacken und ohne seine aktive Mitarbeit wäre die Aufarbeitung der Ereignisse der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gescheitert.
Doch Eugen war auch ein eifersüchtiger Beschützer der Schätze, die er in Jahrzehnten akribischer Nachforschungen zusammengetragen hatte.
Dieses Foto von Eugen habe ich in seiner Wohnung in der Hermann-von-Barth-Straße im August 2010 aufgenommen.
Es dokumentiert einen wichtigen Moment in der Entstehung von Band V. Denn die Dias, die er so aufmerksam betrachtet, sind wohl einer seiner größten Schätze. Zu Zeiten, als es noch keine Google-Suche gab, hatte er sie – ich glaube bei einem Offizier – in Frankreich aufgespürt. Sie zeigen die französischen Panzer und die marokkanischen Truppen am 1. Mai 1945 vor der Kulisse der Oberstdorfer Berge.
Niemand im „Band-V-Team“ wusste von der Existenz dieser außergewöhnlichen Fotos, als sich Eugen kurz vor Redaktionsschluss dazu durchrang, diesen jahrzehntelang gehüteten Schatz mit der Öffentlichkeit zu teilen.
Eugen war eine unerschöpfliche Quelle von historischem Wissen, Dokumenten und Anekdoten. Die Entscheidung, wann, wo und wie er diese Quelle sprudeln ließ, hat er sich nicht nehmen lassen.
Für Oberstdorfer Geschichtsfreunde ist er unersetzlich.
Angelika Patel