Jahreschronik 2022

von Peter Fink am 01.06.2023

Januar 2022

*Vor 2 Jahren:* _Am 31. Dezember 2019 um 10.31 Uhr erreicht eine Meldung die Nachrichtendienste der Welt. Sie_ _beginnt mit den Sätzen: „Eine mysteriöse Lungenkrankheit ist in der zentralchinesischen Metropole Wuhan_ _ausgebrochen. Bislang seien 27 Erkrankte identifiziert worden, berichtete die Gesundheitskommission der Stadt . . .“_

• Vom 31. Dezember 2021 bis zum 1. Januar 2022 ist die internationale Langlauf-Elite in Oberstdorf zu Gast. Im Rahmen der „Tour de Ski“ finden im Ried für Frauen und Männer je ein Massenstartrennen und ein Sprint statt. Während es bei den Männern mit Johannes Klaebo (NOR) einen Zweifachsieger gibt, gewinnt Jessica Diggins (USA) das Massenstart-Rennen der Frauen und Natalja Nepryaeva (RUS) den Sprint. Die besten deutschen Platzierungen erreichen Katharina Hennig (Massenstart, 6. Platz) und die Einheimische Coletta Rydzek (Sprint, 12. Platz). Bedauerlicherweise müssen die Wettbewerbe wieder ohne Zuschauer stattfinden (Corona-Pandemie).

• Die diesjährige Vierschanzentournee gewinnt der Japaner Ryōyū Kobayashi, der sich nach 2018/19, als er alle vier Springen gewinnen konnte, den Gesamtsieg erneut sichert. Bester Deutscher wird Karl Geiger vom SCO auf dem vierten Platz.

• Wegen Blitzeis bei Oberstdorf staut sich der Verkehr am Dreikönigsabend durch das Kleinwalsertal. Tausende Autofahrer kommen stundenlang nicht mehr weiter. Der Abschnitt zwischen Walserschanze und der sogenannten Tan-
nenkurve unterhalb von Jauchen ist stundenlang komplett gesperrt, damit der Winterdienst arbeiten kann.

• Die neue Nebelhornbahn ist seit dem Frühsommer 2021 in Betrieb, seit September eingeweiht, aber noch nicht mit maximaler Geschwindigkeit unterwegs. Um Störgeräusche zu vermeiden, fährt die erneuerte Nebelhornbahn in Oberstdorf langsamer als geplant. Das Problem sind störende Einzeltöne bei den Betriebsgeräuschen der Nebelhornbahn. Diese hat man auch ein Dreivierteljahr nach der Entdeckung des Problems noch nicht zu 100 Prozent eliminieren können.

• Bereits im Dezember 2020 beschließt der Gemeinderat den Abriss der Hütte am Moorweiher. Diese soll einer neuen weichen, die im Rahmen des Projekts „Berg. Natur. Kultur - ming Plätzle“ dort entstehen soll. Der Abriss der alten
Moorweiherhütte ist für den Sommer 2022 geplant und bis zum Winter 2022/23 soll der Neubau stehen. Das Problem ist, dass die Lagermöglichkeiten für die Geräte der Eisstockschützen noch nicht gewährleistet sind. Seit der Räumung der Hütte 2020 sind die Eisstockschützen am Moorweiher „heimatlos“.

• Der Spendenverein der Facebook-Gruppe „Touristen Oberstdorf“ unterstützt gemeinnützige Organisationen in der Gemeinde Oberstdorf. Diesmal spenden die Mitglieder 1400 Euro an die Jugendfeuerwehr Oberstdorf. Die Gruppe
wurde 2019 gegründet und umfasst mittlerweile rund 12.000 Mitglieder.

• Der Oberstdorfer Gemeinderat legt die Bedingungen für einen Architektenwettbewerb fest. In einem Wohnbauprojekt am Trettachkanal ist geplant, bis zu 46 Wohnungen auf einem 10.000 Quadratmeter großen Areal zu errichten.

• Die Fläche für das Gewerbegebiet Karweidach ist gerodet. Im Frühjahr 2022 sollen die Arbeiten für die Erschließungsstraße beginnen und im Sommer die Grundstücke an Gewerbetreibende vergeben werden.

• Mit einem Parkleitsystem, das die Kommune seit 2020 plant, möchte Oberstdorf den Suchverkehr im Ort reduzieren.

• Mit Schranken an allen großen Parkplätzen in Oberstdorf will die Gemeinde Oberstdorf die Einnahmen steigern und die Voraussetzung für das Parkleitsystem (siehe oben) schaffen. Der Umbau aller Parkplätze würde 3,3 Millionen
Euro kosten.

Mittlere Temperatur: -1,6° C (Abweichung vom langjährigen Mittelwert +0,9° C)
Niederschlag: 75,4 l/m (68 % des langjährigen Mittelwertes)
Sonnenschein: 81,4 Stunden (98 % des langjährigen Mittelwertes)

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Spannende Wettkämpfe, die leider ohne Zuschauer stattfinden müssen

Eisstockschießen auf dem Moorweiher um 1920

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Der Trettachkanal, ein Bestandteil des alten Fabrikareals
im Osten Oberstdorfs (Foto: AZ)

Februar 2022

• Nach sechs Jahren öffnet das Restaurant „*Alpenrose*“ im Tiefenbacher Dorfzentrum wieder. Mit eigenen Mitarbeitern betreibt es die Oberstdorfer Tourismusorganisation. Zunächst ist für acht Wochen nur ein Probebetrieb von Freitag bis
Sonntag geplant.

Die 24. Olympischen Winterspiele werden vom 4. bis zum 20. Februar 2022 in der chinesischen Hauptstadt Peking ausgetragen.

• Die erste Medaille für das deutsche Team beiden Olympischen Spielen in Peking gewinnt eine Sportlerin aus Schöllang: Katharina Althaus (SC Oberstdorf) holt beim Einzelspringen der Frauen von der Normalschanze die
Silbermedaille.

• Vinzenz Geiger (SC Oberstdorf) erlebt bei den Olympischen Spielen in China ein Wechselbad der Gefühle. Aufgrund der strengen Corona-Regeln muss er sich zunächst in Isolation begeben, kann zwar trainieren, darf jedoch zu nieman-
dem direkten Kontakt aufnehmen. Dennoch gelingt ihm nach Ablauf der Isolation beim Wettkampf von der Normalschanze in der Nordischen Kombination ein sensationelles Ergebnis. Weil er eine überragende Leistung in der Loipe zeigt, wird er Olympiasieger im Einzel und das, obwohl er mit 1,26 Min. Rückstand nach dem Springen in die Loipe muss. Es gelingt ihm eine Aufholjagd und mit einem unwiderstehlichen Schlussspurt holt er Gold. Dieser Schluss-Sprint gehört zu den Höhepunkten dieser Olympischen Spiele.

• Im Raum Oberstdorf richtet das Orkantief „Ylenia“ kaum Schäden an. Zu Störungen kommt es jedoch bei der Nebelhornbahn, die ihren Betrieb oberhalb der Seealpe einstellt.

• 30 Jahre sind vergangen, seit das Projekt „Autofreies Oberstdorf“ gestartet wurde. Mit dem Mobilitätskonzept nimmt die Gemeinde einen neuen Anlauf, den Verkehr aus dem Ort zu verbannen. Im Gemeinderat werden Ideen präsentiert,
die in einem Arbeitskreis und mit Bürgern erarbeitet wurden. Während Vorschläge wie ein Parkhaus vor dem Ort und die Einführung zusätzlicher Buslinien im Rat auf Zustimmung stoßen, lehnen die Mitglieder Ideen wie eine U-Bahn-
Linie oder Seilbahn durch den Ort ebenso ab wie eine Verlängerung der Bahnlinie bis in den Kernort.

• Die Medaillenbilanz der für den SC Oberstdorf startenden Sportlerinnen und Sportler bei den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking: GOLD: Vinzenz Geiger (Nord. Kombination, Einzelwettkampf Normalschanze), SILBER: Katharina Althaus (Einzel Normalschanze), Vinzenz Geiger und Julian Schmid (Nord. Kombination, Teamwettbewerb), Sofie Krehl (Langlauf 4 × 5 km Staffel) und BRONZE: Karl Geiger (Einzel Großschanze und Team Großschanze)

• Während einer Bergtour im Gebiet des Nebelhorns (Geißfuß) erfriert ein Wanderer, ein zweiter wird zunächst gerettet und per Hubschrauber ins Tal gebracht. Er stirbt jedoch zwei Tage später an den Folgen seiner starken Unterkühlung.
Die beiden Bergwanderer waren auf einer Route zwischen Seealpe und Edmund-Probst-Haus unterwegs, verirrten sie sich aber offenbar bei starkem Wind und heftigem Schneefall.

Am 24. 02.2022 überfällt die russische Armee in einem völkerrechtswidrigen Akt die Ukraine. Die russischen Truppen greifen aus mehreren Richtungen an. Ihr Ziel ist es, die ukrainische Regierung zu stürzen und durch ein pro-russisches Regime zu ersetzen.

Mittlere Temperatur: 0,4° C (Abweichung vom langjährigen Mittelwert +1,9° C)
Niederschlag: 144,1 l/m (142 % des langjährigen Mittelwertes)
Sonnenschein: 96,9 Stunden (99 % des langjährigen Mittelwertes)

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Alpenrose um 1920

Katharina Althaus in Peking

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Vinzenz Geiger auf der Jagd nach der Goldmedaille

Ortsbus im Jahre 1999 (Foto: AZ)

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März 2022

• Eine große Solidaritätsbewegung für die Ukraine entsteht in Deutschland. Auch in Oberstdorf wird eine Spendenaktion organisiert. Über 2000 Menschen kommen in die Bahnhofsstraße und bringen Jacken, Schuhe, Schaufeln, Rucksäcke, Kerzen und Gaskocher mit.

• „Isa Huimat Obrtuifebah“ heißt die Dokumentation, die Autor Franz Müller zur Geschichte von Tiefenbach verfasst hat. Initiiert und unterstützt wurde das Projekt von Thaddäus Göhl, finanziell beteiligt hat sich der Verschönerungsverein Oberstdorf. Auf über 600 Seiten seiner höchst informativen und reich illustrierten Dokumentation beschreibt Franz Müller aus Obermaiselstein die Entwicklungsgeschichte von Tiefenbach, der Menschen, die hier lebten, und ihrer Häuser und Höfe in den vergangenen knapp 300 Jahren.

• Mit starken Stirnlampen sind immer häufiger Langläufer spätabends auf den Loipen unterwegs. Das beschädigt die frisch präparierten Loipen. Deshalb richten die Sportstätten Oberstdorf im Gemeindeblatt einen Appell an Wintersportler, sich an die Nutzungszeiten von 8 bis 17 Uhr zu halten.

• Große Ehre für den nordischen Kombinierer Johannes Rydzek. Der 30-jährige Oberstdorfer wird im Rahmen der Weltcup-Wettbewerbe in Oslo mit der Holmenkollen-Medaille ausgezeichnet. Die Holmenkollen-Medaille wird seit
1895 vom norwegischen Skiverband für herausragende Leistungen bei internationalen Ski-Veranstaltungen verliehen.

• Die Arbeiten für den Neubau der Lawinengalerie in der Birgsauer Straße beginnen. Im November 2022 soll das neue Bauwerk stehen, welches die einzige Verbindungsstraße ins Stillachtal vor Lawinen und Steinschlag schützt. Insgesamt 3,75 Millionen Euro wird die neue Lawinengalerie kosten.

• Deutschlands bestes Sportfoto des vergangenen Jahres entstand in Oberstdorf. Der Karlsruher Matthias Hangst gewinnt den Wettbewerb mit einem Foto vom Skispringen bei der Nordischen Ski-Weltmeisterschaft im Februar 2021 in
Oberstdorf. Sein Motiv „Pappkameraden“ zeigt einen Skispringer, der vor menschenleeren Tribünen in der Arena am Schattenberg springt. Wegen der Corona-Pandemie war kein Publikum zugelassen. Fans konnten stattdessen ihr Foto
auf Pappfiguren drucken lassen.

• Wüstenstaub aus der weit entfernten Sahara legt sich auf die sonst schneeweißen Berge. Der Schnee und der diffuse Himmel präsentieren sich in milchig bis rosa Farben.

• Skiflug-Weltcup vom 18.-20. März 2022. Der Österreicher Stefan Kraft siegt beim ersten „Fliegen“ und beim zweiten setzt sich der Slowene Timi Zajc an die Spitze der Skiflieger-Elite. Lokalmatador Karl Geiger wird an beiden Tagen Neunter. Coronabedingt kommen in diesem Jahr deutlich weniger Fans ins Stillachtal. Genehmigt waren maximal 10.000 Besucher pro Tag. Die insgesamt 18 500 Zuschauer an drei Tagen sind wahrscheinlich die wenigsten seit Beginn der Skiflug-Veranstaltungen in Oberstdorf. Im Vergleich (jeweils 3 Veranstaltungstage) Februar 2013: 26.900 / Februar 2017: 38.800 / Januar 2018: 55.500 (WM) / Februar 2019: 32.000 / März 2022: 18.500.

• Die „Eiserne Steg“ in Tiefenbach und das Haus Birkeneck in Oberstdorf stehen künftig unter Denkmalschutz. Das entscheidet das zuständige Denkmalamt nach einer Prüfung.

• Die Zukunft des Eisstockschießens am Moorweiher ist gesichert, denn es wird eine neue Moorweiherhütte gebaut. Ein abschließbarer Bereich der Hütte soll den Eissportlern als Lager für ihre Geräte dienen.

• Auf dem Gelände des Nordic- Zentrums im Ried werden erstmals insgesamt 4850 Kubikmeter Schnee eingelagert
(Snowfarming) und mit einer Abdeckung aus Sägemehl und Hackschnitzel gegen die Wärme geschützt. Das Schneedepot, für das rund 42.000 Euro Kosten anfallen, besteht aus technisch erzeugtem Schnee, der zu
Beginn des nächsten Winters wieder abgedeckt und auf einer 1,6 Kilometer (geplant) langen Trainingsloipe verteilt wird.

• Mit neun Athletinnen und Athleten war der SC Oberstdorf bei den Olympischen Spielen in Peking vertreten. Direkt nach den Spielen in China ging es für Katharina _Althaus, Karl Geiger, Vinzenz Geiger, Laura Gimmler, Johanna
Holzmann, Sophie Krehl, Coletta Rydzek, Johannes Rydzek und Julian Schmid_ im Weltcup weiter. Deshalb findet der Empfang für Oberstdorfs Olympioniken mit mehreren hundert Zuschauern erst jetzt statt.

• Der Verein der ehemaligen Rechtler hat einen neuen Vorstand. Nachdem Richard Math, der acht Jahre Vorsitzender war, sein Amt aus persönlichen Gründen zurückgab, muss auf der Jahresversammlung neu gewählt werden. Sein Nachfolger wird der bisherige zweite Vorsitzende Herbert Gambeck. Dessen Amt übernimmt der bisherige dritte Vorsitzende David Huber und zum dritten Vorsitzenden wird Thomas Boxler gewählt.

• Dank des schneearmen und milden Februars schreitet der Bau der „Neuen Therme“ in Oberstdorf voran. Der zweite Rohbau-Abschnitt mit der Einrichtung der Baustelle hat pünktlich begonnen, der erste Kran ist auf dem Areal
montiert und auch mit den Tiefbaumaßnahmen zur Herstellung der Grundleitungen wird gestartet.

• Immer mehr Gäste fahren mit dem E-Auto in den Urlaub nach Oberstdorf. Infolgedessen reicht in der Hochsaison die Zahl der Ladesäulen im Ort nicht mehr aus. Darum wird der Auftrag für sechs weitere Ladesäulen mit zwölf Ladepunkten vergeben. Damit verdreifacht sich die Zahl der öffentlichen Ladepunkte im Ort von sechs auf 18.

Mittlere Temperatur: 3,5° C (Abweichung vom langjährigen Mittelwert +1,1° C)
Niederschlag: 12,3 l/m (10 % des langjährigen Mittelwertes)
Sonnenschein: 233,8 Stunden (174 % des langjährigen Mittelwertes)

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Tiefenbach, Waldfest 1928

„Pappkameraden“ – das Sportfoto des Jahres 2021

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Saharastaub in der „Mulde“ auf dem Nebelhorn. Nur die präparierte Piste leuchtet weiß. Foto:(Winfried Egger)

Die Brücke in der Zimmeroy - einen derartigen Zuschauerandrang wie in den 50er-Jahren des vorigen Jahrhunderts wird es wohl nie mehr geben.

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Bau des „Eisernen Steges“ über die Breitach in den Jahren 1929/30

Olympiasieger Vinzenz Geiger beim Empfang für Oberstdorfs Olympioniken (Foto: AZ)

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Herbert Gambeck und Richard Math (Fotos: Rechtler Oberstdorf)

April 2022

• Die meisten Corona-Beschränkungen werden aufgehoben. Die bisherigen 2G- oder 3G-Regeln (geimpft, genesen, getestet) in der Gastronomie, beim Sport oder für Freizeit und Kulturveranstaltungen fallen komplett weg. Die Beschränkungen der Zuschauerkapazitäten, etwa für Sport- und Kulturveranstaltungen, waren bereits Mitte März ausgelaufen. Die Maskenpflicht wird ebenfalls (weitgehend) aufgehoben - auch in Schulen.

• 41 Jahre lang hat Reiner Metzger die kommunale Musikschule Oberstdorf geleitet. Mit 65 Jahren tritt der gebürtige Simmerberger in den vorzeitigen Ruhe- stand. Seine Nachfolge übernimmt sein bisheriger Stellvertreter Hans-Jürgen Gerung.

• Der Christbaum der Marktgemeinde Oberstdorf soll von Dauer sein. Deshalb will die Gemeinde einen Baum im Kurpark pflanzen lassen. Bürgerinnen und Bürger bemängelten zunehmend, dass in der Weihnachtszeit ein gesunder
Baum gefällt werden müsse. Die Kosten für die Pflanzung der Tanne von insgesamt 25.000 Euro amortisieren sich laut Kurbetriebe innerhalb von drei bis vier Jahren. Der neue Standort des Weihnachtsbaums befindet sich im Kurpark,
etwa 100 Meter südlich des alten Platzes. Der zuständige Ausschuss stimmt mit neun zu drei Stimmen für die Pflanzung des Baums. (Fortsetzung folgt!)

• Zum neunten Mal in Folge holen sich die jungen Skifahrerinnen und Skifahrer aus Courchevel/Frankreich den Jugendcup. Die Oberstdorfer Delegation gewinnt mit einer starken Leistung in Slalom und Riesenslalom Silber vor dem diesjährigen Veranstalter Schruns (AUT).

• Die Mittelschule Oberstdorf soll saniert und erweitert werden. Der Schulverband der Mittelschule (Oberstdorf, Fischen, Bolsterlang, Obermaiselstein und Balderschwang) bringt ein 16,8-Millionen-Euro-Projekt in Oberstdorf auf den Weg.

• Der „Naturpark Nagelfluhkette“ veröffentlicht ein Bild, das einen Wolf im Rohrmoostal zeigt. Ob es dasselbe Tier ist, das 2018 Kälber und Schafe tötete, ist ungewiss.

• Mit einer eigenen Spendenaktion sammeln sieben Oberstdorfer Grundschulkinder Spendengelder für ukrainische Familien in Not. Unter dem Motto „Sounds for Peace“ laden die Sechs- bis Zehnjährigen (_von links: Ida Tonisz, Elias Scherm, Lou Müller, Juli Polzer, Johanna Reisigl, Lena Walther und Philippa Birker_) mit selbst gebastelten Plakaten nach Tiefenbach ein. Bei einstudierten Tänzen gibt es Selbstgebackenes und Apfelschorle gegen Spenden. So kom-
men 550 Euro in die Nachbarschaftskasse. Die Summe wird an das „Aktionsbündnis Deutschland hilft/Nothilfe Ukraine“ überwiesen. _„Viele Kinder mussten ihr Zuhause verlassen oder haben große Angst. Da wollten wir einfach etwas tun“,
sagt Ida Tonisz._ (Foto: AZ)

• Kurt Reich, der frühere Sportchef der Allgäuer Zeitung und Ehrenvorsitzende des Allgäuer Skiverbandes, ist im Alter von 94 Jahren gestorben. Der gebürtige Schlesier kam 1957 ins Allgäu, leitete später das Oberstdorfer Eislaufzentrum
und war stellvertretender Kurdirektor unterm Nebelhorn. 1963 wechselte Reich zur Tageszeitung nach Kempten, wo er 28 Jahre lang als leitender Sport–Redakteur arbeitete, 17 Jahre davon als Chef des Allgäu-Sports. Er berichtete
von Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen und erhielt 1989 für seine Arbeit als Journalist das Bundesverdienstkreuz. Von 1970 bis 1994 war Reich Vorsitzender des Allgäuer Skiverbandes und fungierte in dieser Zeit bei fast allen großen Wintersportveranstaltungen in Oberstdorf als Pressechef, so auch bei der Nordischen Ski-WM 1987.

Kurt Reich (links) neben dem damaligen FIS-Präsidenten Marc Hodler und ganz rechts der spätere FIS-Präsident Gian Franco Kasper (Foto: AZ)

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Mai 2022

• Die Bauarbeiten an der B19 zwischen Fischen und der nördlichen Gemeindegrenze von Oberstdorf beginnen. Die umfangreiche Instandsetzung der Bundesstraße wird voraussichtlich bis Mitte oder Ende Juni dauern. Einen Großteil
der Bauzeit ist die Straße nur einseitig befahrbar und so muss der Verkehr teilweise über Rubi, Reichenbach, Schöllang oder Tiefenbach umgeleitet werden.

• Die Gemeinde Oberstdorf hat sich nach internen Meinungsverschiedenheiten mit dem Hersteller der Aufsprungmatten im Schattenberg-Stadion auf einen Gewährleistungsfall geeinigt. Es werden verbesserte Sommersprungmatten aus stärkerem Material mit zusätzlichen Befestigungsmöglichkeiten geliefert. Die bestehenden Matten nimmt der Hersteller zurück. Zusätzlich werden Befestigungspunkte an der Unterkonstruktion angebracht. Erneute Kosten für den Austausch der Matten und die Mängelbehebung an der Unterkonstruktion kommen auf die Gemeinde nicht zu.

• Für ihr langjähriges Engagement in der Kommunalpolitik werden Oberallgäuer mit der kommunalen Verdienstmedaille ausgezeichnet. Unter ihnen ist Albert Titscher. Er war von 1990 bis 2020 im Gemeinderat Oberstdorf, war dort einige Jahre Fremdenverkehrs- oder Tourismusreferent und von 1996 bis 2008 Mitglied des Kreistags Oberallgäu.

• Übernachtungsgäste müssen in Oberstdorf künftig nicht mehr für Busfahrten bezahlen. Neben der Ortsbusrunde sind die Linien zur Fellhornbahn sowie in die Ortsteile Tiefenbach, Rubi, Reichenbach und Schöllang kostenlos. Hinzu
kommt ein Abendbus, der die Urlauber umsonst nach dem Abendessen zu ihren Unterkünften in die Ortsteile fährt.

• Mit 151 Einsätzen und fast 4000 Arbeitsstunden war die Oberstdorfer Feuerwehr auch im Jahr 2021 wieder sehr gefordert. Auffällig in der Statistik sind die vielen Einsätze nach Unwetterlagen im Gemeindegebiet. Bei der Jahreshauptversammlung wird Franz Bader für 60 Jahre Mitgliedschaft bei der Wehr geehrt. Bader ist auch Ehrenmitglied der Feuerwehr und war viele Jahre ihr Kommandant.

• Ein beachtlicher Teil der Erfolge bei den vergangenen deutschen Meisterschaften im Eiskunstlauf werden von Nachwuchssportlern des EC Oberstdorf erzielt: Sieben Medaillen, darunter drei deutsche Meistertitel machen den
ECO bei den Titelkämpfen in Neuss zum erfolgreichsten Verein.

• Die Erschließung des Areals im Karweidach als Gewerbegebiet, um die seit vielen Jahren gerungen wurde, beginnt. Der Gemeinderat legt die Richtlinien für die Zuweisung der Gewerbeflächen fest, die auf 60 Jahre im Erbbaurecht vergeben werden. (Foto: Benjamin Liss)

• Die Bayerischen Zeitungsverleger treffen sich zu ihrer Jahrestagung in Oberstdorf. Bei seinem Besuch betont Staatsminister Holetschek die unverzichtbare Bedeutung einer freien Presse für eine demokratische Gesellschaft.

• Die Schöllanger Plattler feiern ihr 101-jähriges Bestehen. Das Fest sollte schon vergangenes Jahr stattfinden, war aber wegen der Corona-Pandemie verschoben worden. (Foto: AZ)

• Das Heimatmuseum Oberstdorf feiert seinen 90. Geburtstag. 1932 wurde es gegründet und heute finden sich in dem historischen Gebäude (vormals Oststraße 13) Ausstellungsräume auf drei Etagen.

• Die Marktgemeinde Oberstdorf fördert die Verbesserung der digitalen Ausstattung ihrer Schulen. Der Marktgemeinderat vergibt Aufträge für die Präsentationstechnik und Computer. Oberstdorfs Grundschule und das Gertrud-von-le-Fort-Gymnasium erhalten eine Fördersumme des Bundes von etwa 290.000 Euro, die Mittelschule des Schulverbands ungefähr 110.000 Euro. Insgesamt sollen in die IT-Ausstattung der Oberstdorfer Schulen bis Ende 2022 voraussichtlich 1,3 Millionen Euro investiert werden.

• Der Pfad um den Moorweiher in Oberstdorf trägt künftig den Namen „Hermann-Schallhammer-Weg“. Damit werden die Verdienste des Altbürgermeisters und Ehrenbürgers gewürdigt. Als langjähriger Kurdirektor, Geschäftsführer des Verschönerungsvereins und Skiclub-Vorstand war Schallhammer (1883-1980) ein Pionier des Tourismus unter dem Nebelhorn. Vorgeschlagen hat die Umbenennung die Historikerin Angelika Patel, Autorin des fünften Bandes der Oberstdorfer Ortsgeschichte.

• Einen Großteil des Geschäftsjahres 2020/21 musste die Nebelhornbahn AG wegen des Neubaus ohne Bergbahn auskommen. Obwohl die Bilanz einen Verlust von 3,4 Millionen Euro aufweist (Ausfall der Wintersaison aufgrund des
Neubaus der Bahn) zeigen sich die Aktionäre mit dem Ergebnis zufrieden. Seit die neue Bahn Ende Mai 2021 in Betrieb gehen konnte, entwickelten sich die Zahlen positiv. 358.000 Gäste sorgten im Sommer für einen Umsatz von 7,9 Millionen Euro. Aber weiterhin bereiten die Nebengeräusche der Bahn im Bereich des Wohngebiets an der Talstation Probleme.

• Eugen Thomma verstirbt am 19. Juni im Alter von 90 Jahren. Er galt als „das wandelnde Geschichtsbuch von Oberstdorf“. Doch nicht nur als Heimatforscher, sondern auch als langjähriger Museumsleiter und Theaterautor hat Eugen Thomma entscheidende Akzente in der Marktgemeinde gesetzt.

Mittlere Temperatur: 13,5° C (Abw. vom langj. Mittelwert +2,4° C)
Niederschlag: 120,5 l/m (80 % des langjährigen Mittelwertes))_
Sonnenschein: 165,9 Stunden (99 % des langjährigen Mittelwertes)

Rechts das ehemalige Anwesen Oststraße 13, das heutige Heimatmuseum.

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Eugen Thomma (1932-2022)

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Juni 2022

• Einen Schritt weiter sind die Kurbetriebe Oberstdorf auf dem Weg zur Neugestaltung des Gebiets am Moorweiher. Der Bauausschuss stimmt den Plänen zum Neubau der Hütte zu. Das Projekt sorgt jedoch erneut für Diskussionen unter den Ratsmitgliedern. Einzelne halten es für „überteuert“, „komplett unnötig“ und äußern Zweifel, ob die rechtlichen Grundlagen für das Vorhaben gegeben seien.

• Simone Ammann ist neue Vorsitzende des Sozialverbandes VdK-Ortsverband Oberstdorf. Sie tritt nach den Vorstandswahlen die Nachfolge von Rainer End an, der seit über 20 Jahren in der Vorstandschaft tätig ist und zuletzt das Amt des Vorsitzenden ausübte. Rainer End wird zum „Ehrenvorstand“ ernannt.

• Ein Kalb verirrt sich in den Uferbereich der Trettach in Oberstdorf. Nach vielen Versuchen es wieder einzufangen, gelangt es in den Fluss und kann das Gewässer nicht mehr selbständig verlassen. Darum wird es von der Oberstdorfer
Feuerwehr durch ausgebildete „Einsatzkräfte zur Großtierrettung“ mit Hilfe eines Kranes geborgen und wohlbehalten dem Besitzer zurückgegeben.

• Die Freiwillige Feuerwehr Tiefenbach feiert ihr 125-jähriges Jubiläum mit einem dreitägigen Fest.

• Acht Allgäuer Gebäude sind für die „Architektouren“ der Bayerischen Architektenkammer ausgewählt worden. Dazu gehört das Nordic-Zentrum im Ried, das als vorbildlich in die Landschaft integrierte Sportarchitektur bewertet wird.

• Der Verein Prosport-Allgäu/Kleinwalsertal feiert auf dem Fellhorn sein 25-jähriges Bestehen. Viele der bekannten Sportlerinnen und Sportler aus der Region wurden in ihrer Jugend von Prosport-Allgäu/Kleinwalsertal unterstützt. In den 25 Jahren seines Bestehens hat der Verbund etwa drei Millionen Euro eingeworben und ausgeschüttet. 80 % der Förderungen fließen in den Wintersport. Einzelne Talente, Teams aber auch Projekte profitieren von dem Engagement des Vereins.

• Die Abwasserregelung des Waltenberger-Hauses sorgt für Streit zwischen der Marktgemeinde Oberstdorf und dem Landratsamt Oberallgäu. Während der kommunale Bauausschuss das gemeindliche Einvernehmen Mitte Mai verwei-
gerte, verlängert die Kreisbehörde in Absprache mit dem Wasserwirtschaftsamt die rechtliche Erlaubnis für die Einleitung von Abwasser aus dem Waltenberger-Haus um drei Jahre. Das stößt im Oberstdorfer Bauausschuss auf massive Kritik.

• Vom 29. Juni - 03. Juli 2022 findet der 10.Fotogipfel in Oberstdorf statt. Schirmherrin ist Claudia Roth, Staatsministerin für Kultur und Medien.

Mittlere Temperatur: 17,2° C (Abweichung vom langjährigen Mittelwert +2,4° C)
Niederschlag: 253,1 l/m (132 % des langjährigen Mittelwertes)
Sonnenschein: 223,5 Stunden (123 % des langjährigen Mittelwertes)

Bürgermeister Klaus King, Tourismusdirektor Frank Jost,
Claudia Roth, Kurator Christian Popkes

Juli 2022

• Um den steigenden Kosten für Kindertageseinrichtungen und Musikschule Rechnung zu tragen, erhöht die Marktgemeinde Oberstdorf die Gebühren für die kommunalen Einrichtungen um 1,4 Prozent. Die Gebühren der Kindertageseinrichtungen steigen um 0,02 Euro bis 0,05 Euro je Betreuungsstunde. Das eingeplante Gesamtdefizit der Kindertageseinrichtungen im Jahr 2022 beträgt 1,4 Millionen Euro. Dieses Defizit wird jährlich aus dem allgemeinen Steueraufkommen gedeckt.

• Die Bergwacht Oberstdorf ist an einem Tag (5. Juli) bei insgesamt sieben Einsätzen gefordert. Bei dem schwierigsten muss die Bergwacht eine Frau aus steilem Gelände bergen, die beim Abstieg vom Gaisalpsee 30 Meter in die Tiefe
gefallen ist.

• Ein Jahr später als geplant (Corona) feiert der Alpwegeverband Lochbachtal sein 50-jähriges Bestehen. Erbaut wurde der Alpweg Lochbachtal-Gutswiesertal von 1971 bis 1978, um die Alp- und Forstwirtschaft in diesem Bereich zu
erhalten. Auf 8,7 Kilometer umfasst das Einzugsgebiet 843 Hektar Grund. Das Lochbachtal hieß ursprünglich „Butzenwiesertal“ und galt noch 1814 geologisch als „das schlechteste im ganzen Bezirk“.

Die „Gründerväter“ grüßen von der Wolke

(AZ vom 25. Juli 2022 von Michael Mang) Der Verschönerungsverein Oberstdorf zeigt beim Festabend zum 150-jährigen Beste- hen die ganze Bandbreite des Engagements für Brauchtum, Mundart, Bausubstanz und Landschaft. Die früheren Vorsitzenden blicken zurück.

Am Ende blicken die „Gründerväter“ von einer Wolke aus auf Oberstdorf herab und stoßen darauf an, dass ihre Idee sie überlebt und maßgeblich zum Aufstieg eines Bauerndorfs zum Spitzenferienort beigetragen hat. Zum 150-jährigen Bestehen des Verschönerungsver- eins hat die Theatergruppe Oberstdorf den Figuren Josef Anton Vogler und Dr. Ulrich Reh neues Leben eingehaucht, die ihren Nachfolgern in bester Oberstdorfer Bockbierfest-Tradition die Leviten lesen. Es ist nur einer von vielen Höhepunkten eines abwechslungsreichen Festabends, der die ganze Bandbreite des Schaffens des Verschönerungsvereins abbildet.

Oberstdorfs Bürgermeister Klaus King beschreibt ihn als „jung und lebendig. Alt ist er nur an Jahren“. So präsentiert sich der Verein auch zu seinem Jubiläum: Kinder der Grundschule singen ein Geburtstagsständchen in Oberstdorfer Mundart und die Nachwuchsmusikerin Rosina Kappeler zeigt als Solistin, was sie in der Jugendkapelle gelernt hat. Dialekt-Projekte mit Schulen und Kindergärten sowie die Unterstützung der Musikkapelle sind nur zwei Beispiele für das vielfältige Engagement, das auch die Kinderbücher umfasst, die Elliane Besler mit Unterstützung des Vereins verfasst hat – viele weitere Beispiele kommen an dem Abend zur Sprache.

„Was könnte nachhaltiger sein, als das, was Sie und Ihr Verein tun“, würdigt Landrätin Indra Baier-Müller die Leistung der Vereinsmitglieder. Dazu zählen auch Pflege und Erhalt der Landschaft, die Andreas Baumgartner eindrucksvoll in seinem Vortrag über die „Berghoibat“ beschreibt. Er bewirtschaftet mit seiner Familie seit 1985 – mit Unterstützung des Vereins – dreieinhalb Hektar Alpflächen am „Ündrgiebel“, die für ihn „ein Flecken Heimat geworden sind“.

Ein Beispiel für die Förderung des Erhalts alter Bausubstanz liefert Johann Ammann, der das historische Haus seiner Familie in der Weststraße saniert und so für seine Familie er- halten hat. „Für den Denkmalschutz ist es der Wohnteil eines ehemaligen Bauernhauses aus dem 18. Jahrhundert, für uns ist es mehr: Für uns ist es Heimat.“

Aber auch der Blick zurück gelingt am Festabend: In Alt-Oberstdorfer Mundart erzählt Franz Bisle von der Zeit, als der Verschönerungsverein die Grundlagen für den Tourismus legte, aber auch von der wechselvollen Geschichte. Dabei kommen auch die dunklen Kapitel wie die Weltkriege und der Umgang der Nationalsozialisten mit Kurdirektor Hermann Schallhammer zur Sprache. „Man hat fürchten müssen, dass der Verein die Zeit nicht überlebt.“

Die vergangenen 50 Jahre des Vereins lässt Claudia Joas mit den ehemaligen und dem heutigen Vorsitzenden
Revue passieren. Gustl Stempfle (Vorstand von 1976 bis 2003), Pius Geiger (2003 bis 2008), Franz Ohmayer (2008 bis 2011) und Peter Titzler (seit 2011) berichten lebendig von ihrer Amtszeit. „_Das wertvollste Projekt unserer Vorstandschaft“_ nannte Stempfle die Heftreihe „Blätter zur Oberstdorfer Heimatgeschichte“ vor 40 Jahren, die inzwischen auch mit großem Aufwand digitalisiert und für die Nachwelt erhalten wurden. Aber auch Schlüsselmomente wie der Vermögenstausch mit der Gemeinde kamen zur Sprache. Der Verein gab sein Aktienpaket an der Nebelhornbahn ab und erhielt 2010 dafür 345 Hektar Grundstücke in den Bereichen Wildstand, Gundsberg und Einödsberg von der Kommune. Dieser Waldbesitz ist heute die Grundlage dafür, dass der Verein so viele Einnahmen generiert, dass er in vielen Bereichen wohltätig sein kann, erklärte Ohmayer. „Es war eine turbulente Zeit.“ Sein Nachfolger Titzler ergänzte: „Es ist ein Glücksfall, dass der Verein solche Möglichkeiten hat.“

Humorvoll durch die Veranstaltung führte Moderator Fritz Sehrwind. Die Musikkapelle Oberstdorf begleitete den Festabend und widmete dem Verein das Stück „Tirol 1809“, das die Musikerinnen und Musiker eindrucksvoll darboten.

Der emotionale Höhepunkt des Abends bildete ein Theaterstück, das der vor wenigen Wochen verstorbene Heimatforscher und Mundart-Autor Eugen Thomma dem Verschönerungsverein zum 150. Jubiläum geschrieben
hat und das die Theatergruppe am Festabend erstmals auf die Bühne brachte. Es erzählt von der schweren Zeit
nach dem großen Brand im Jahr 1865, von der Begegnung mit den ersten „Sommerfrischlern“ in Oberstdorf und von einer Handvoll Visionären. Das Stück zeigt, wie sie mit Überredungskunst, Geschick und Hartnäckigkeit ihre Ziele verfolgen – bis sie schließlich 1872 den Verschönerungsverein gründen und so die Grundlage für den Wohlstand der folgenden Generationen legen.

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• Johannes Heller ist zum neuen Vorsitzenden des SPD-Ortsvereins Oberstdorf- Fischen gewählt worden. Er tritt die Nachfolge von Kathrin Bäuerle an, die künftig als seine Stellvertreterin agiert. Als Kassier wurde Michael Menz und
als Revisor Wolfgang Lakotta gewählt.

• Diese Themen bewegen die Oberstdorfer bei der Bürgerversammlung, zu der rund 100 Einheimische in das Oberstdorf-Haus gekommen sind: Bergbahn Inklusive: Von „verramschen“ bis „erfolgreichstes Sommer-Produkt“ reicht die Spannbreite der Bewertungen. Wohnraum: „Wir wollen als Ort attraktiv sein für Arbeitnehmer, da gehört aber auch bezahlbarer Wohnraum dazu.“ Laut Marktbaumeister Marcus Ludwig sollen 69 Mietwohnungen an vier Standorten entstehen. Busbahnhof: Für zusätzliche Fahrrad-Abstellplätze am neuen Mobilitätszentrum plädiert ein Bürger. Kita-Plätze: Eine Oberstdorferin meldet sich zu Wort und schildert, dass sie keinen Kita-Platz für ihr Kind be-
kommt und deshalb unter der Woche nicht arbeiten kann. Bürgermeister King muss eingestehen, dass die Kita-Plätze im Ort nicht ausreichen. Christbaum: Gustl Stempfle plädiert dafür, den Baum wieder vor der Kirche aufzustellen. Die Tatsache, dass die Nordmanntanne im Kurpark abzusterben droht, solle man als „Gottes Zeichen“ verstehen, fügt er augenzwinkernd hinzu. (Fortsetzung folgt!)

• Georg Geiger löst Dr. Peter Kruijer als Vorsitzenden des SC Oberstdorf ab. Dr. Kruijer war 10 Jahre Vorsitzender,
zuvor viele Jahre Stellvertreter und Ressortleiter Medizin. Er erlebte zahlreiche Groß-Events und auch Höhen und Tiefen bei Bewerbungen für Nordische Skiweltmeisterschaften. Zum Nachfolger als Präsident des SCO wird der bisherige Stellvertreter Georg Geiger Verleihung der Ehrenmitgliedschaft für Dr. Peter Kruijer. Willi Geiger, Peter Kruijer, Andreas Gehring, Georg Geiger (v.l.) gewählt.

• Die Wallfahrt von Oberstdorf nach Holzgau steht unter dem Leitspruch „Herr, lenke unsere Schritte auf den Weg des Friedens!“. Rund 70 Wallfahrer machen sich um 5 Uhr auf den Weg. Ab der Kemptner Hütte begleiten die
Breitachtalar Johlar die Wallfahrt. Nach einem sehr freundschaftlichen Empfang ziehen die Wallfahrer in die Holzgauer Kirche Mariä Himmelfahrt ein.

• Max Bolkart, der älteste noch lebende Vierschanzentournee-Sieger, feiert seinen 90. Geburtstag. Er gewann die Tournee im Winter 1959/60. Der geplante Neubau einer Dreifach-Turnhalle und von Klassenräumen am Gymnasium

• Für 21,4 Millionen Euro soll für das Gertrud-von-le-Fort-Gymnasium eine Dreifach-Turnhalle mit einem Klassenzimmer-Trakt darüber errichtet werden. Der Gemeinderat entscheidet, die Pläne für das teure Bauprojekt voranzutreiben und den Förderantrag vorzubereiten. Bis zum Schuljahr 2025 muss die Erweiterung des Gymnasiums abgeschlossen sein. Die Gründe für den Umbau sind die Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium und die damit verbundenen Anforderungen an Unterrichtsräume.

• Starkregen, Gewitter und Hagelschauer suchen die Region heim. Das Oberallgäu ist vom Unwetter besonders stark betroffen. Dort gibt es Überschwemmungen wie z.B. im Bereich der Loretto-Kapellen.

• Die Feuerwehr Oberstdorf benötigt ein neues Gerätehaus. Das alte Gebäude, das vor etwa 45 Jahren errichtet wurde, ist in die Jahre gekommen, zu klein und birgt Sicherheitsrisiken. Die Ergebnisse einer Standortanalyse werden im Gemeinderat vorgestellt. Fazit: Weil der Großteil der aktiven Einsatzkräfte im Ort lebt und arbeitet, ist eine Fläche im Zentrum ideal, um Einsatzfähigkeit und Gebietsabdeckung der Feuerwehr Oberstdorf zu erreichen. Drei Standorte sind in der engeren Auswahl. Neben dem derzeitigen Feuerwehrhaus in der Nebelhornstraße sollen zwei Standorte in der Sonthofener Straße, in der Nähe des Parkplatzes am Bahnhof und des Kreisverkehrs am Ortseingang geprüft werden.

• Der FC Oberstdorf feiert mit einem Jubiläumswochenende sein 100-jähriges Bestehen. Wie so viele andere Festakte, die eigentlich im Jahr 2021 stattfinden sollten, musste auch das große Jubiläum des FCO wegen Corona verschoben
werden.

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Verleihung der Ehrenmitgliedschaft für Dr. Peter Kruijer.
Willi Geiger, Peter Kruijer, Andreas Gehring, Georg Geiger (v.l.)

Der geplante Neubau einer Dreifach-Turnhalle und von Klassenräumen am Gymnasium

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Eine kleine Chronik des FC Oberstdorf

• Während in den größeren Orten und Städten bereits ab der Jahrhundertwende um Punkte und Tore gekämpft wird, findet nach dem 1.Weltkrieg auch in Oberstdorf der Fußball-Sport immer mehr Anhänger. Diese trainieren auf einer Wiese in der Rubinger Oy.

• Am 31. Oktober 1920 bestreiten die Oberstdorfer Fußballer ihr erstes Spiel gegen die 2. Mannschaft des FV Sonthofen und müssen ihre erste Niederlage hinnehmen (0:6).

• Bei der Hauptversammlung des SC Oberstdorf am 18.11.1920 werden die Fußballer als Unterabteilung dem Skiclub angegliedert. Diese Angliederung ist jedoch nur von kurzer Dauer und da auch Anschlussbestrebungen an den TSV Oberstdorf fehlschlagen, wird 1921 der „Fußballclub Oberstdorf“ gegründet.

• Erster Vorsitzender ist der Besitzer des Oberstdorfer Lichtspielhauses Anton Merz. Die Vereinsfarben sind „blau-weiß“.

• Der erste für den Spielbetrieb zugelassene Fußballplatz entsteht 1922 am Renksteg. Das erste Spiel auf dem neuen Platz gewinnt der FC Oberstdorf 9:2 gegen die 2. Mannschaft des FV Sonthofen.

• Am 7. Juni 1923 schließt sich der FCO aus unbekannten Gründen dem TSV Oberstdorf an.

• 1924 wird das Gelände am Oybele von der Marktgemeinde für den Bau eines Sportplatzes zur Verfügung gestellt und der neue Oybele-Sportplatz wird im Laufe der Jahre zum größten Teil in Eigenarbeit von Mitgliedern des FCO und des TSV errichtet.

• Im Mai 1926 übernimmt der Verkehrs- und Kurverein, mit finanzieller Unterstützung des Breitachklamm-Vereins, den Weiterbau des Oybele-Sportplatzes.

• 1928 trennt sich der FC Oberstdorf wieder vom TSV und wird wieder ein eigenständiger Verein.

• Bei den Neuwahlen in der Hauptversammlung 1929 wird Ludwig Simbeck 1. Vorsitzender. Er behält dieses Amt bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges. Der Verein zählt nach 10 Jahren ca. 120 Mitglieder, davon 43 Aktive. Mit einem
großen Arbeitseinsatz wird 1933 das Sportgelände am Oybele neu planiert.

• Durch den Krieg wird das sportliche und gesellschaftliche Leben im FCO unterbrochen. Der Spielbetrieb wird erst 1946 wieder aufgenommen.

• Der Oberstdorfer Gemeinderat unter Bürgermeister Hermann Schallhammer bewilligt 1959 100.000 DM Baukostenzuschuss für das Oybele-Stadion und erteilt die Baugenehmigung.

• Eine für den FCO sehr wichtige Entscheidung wird vom Marktgemeinderat getroffen: Der Bau der notwendigen sanitären Anlagen, der Dusch- und Umkleideräume wird beschlossen und realisiert und das Oybele-Stadion damit
1972 fertiggestellt.

• Im gleichen Jahr erfolgt der Aufstieg in die A-Klasse Süd. Gleich im ersten A- Klassenjahr (1973) holt sich der FCO den Meistertitel und sichert sich den damit verbundenen Aufstieg in die Bezirksliga.

• Am 2. Juli 1975 gründen Stammgäste der Diskothek „Ungewitter“ eine Damen-Fußball-Mannschaft, die sich am 25. Juli dem FCO anschließt. 1987 und 1988 gewinnt das Team den Meistertitel in der Spielgruppe Allgäu I, stellt aber
danach den Spielbetrieb ein.

• Was einem der Oberstdorfer Männer bisher nicht gelungen ist, schafft Andrea Ruppaner_r, die von 1985-1988 für den FCO spielt. Die aus Fischen stammende Fußballerin gewinnt mit der SSG 09 Bergisch-Gladbach die Deutsche-Fuß-
ball-Meisterschaft der Frauen 1989 und holt 1990 den Vizetitel.

• Der Schulsportplatz am Gymnasium wird 1979 fertiggestellt und auch vom FCO benützt.

• Im Mai 1983 veranstaltet der FCO zum ersten Mal das „Vatertags-Turnier“ für Vereins-, Stammtisch- und Betriebsmannschaften.
• 2021: Nach zwei Aufstiegen in Folge spielt der FCO nach 46 Jahren erstmals wieder in der Bezirksliga.

Quellen: Zum 75-jährigen Vereinsjubiläum des Fußballclubs Oberstdorf 1921 e. V.; von Hermann Engelmaier am 01.06.1996 in „Unser Oberstdorf“ (Heft 28) / Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum / Website: fc-oberstdorf.de

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Spieler des FCO im Jahre 1959

Der Fußballplatz im Oybele in den 30er-Jahren

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• Der in Oberstdorf von Franz Bickel gegründete Verein „Hilfe für Afrika-Wasser für Senegal e.V.“ feiert seinen 30. Geburtstag. Seit der Gründung wurden 80 Trinkwasserbrunnen für circa 50.000 Menschen und 18 Gebäude für unge-
fähr 7000 Schulkinder gebaut. Zudem entstanden nachhaltige Landwirtschaftsprojekte. 390 Mitglieder und 143 Paten tragen dazu bei, die Situation in dem westafrikanischen Senegal zu verbessern.

Mittlere Temperatur: 18,3° C (Abweichung vom langjährigen Mittelwert +1,9° C)
Niederschlag: 113,7 l/m (57 % des langjährigen Mittelwertes)
Sonnenschein: 252,3 Stunden (127 % des langjährigen Mittelwertes)

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Die Vorstandschaft des Vereins Hilfe für Afrika-Wasser für Senegal e.V.; vorne in der Mitte Franz Bickel (Ehrenvorstand) und August Braun (Vorsitzender)

August 2022

• Helga und Max Thaumiller werden mit der Gertrud-von-le-Fort-Medaille ausgezeichnet. Die Gemeinde Oberstdorf würdigt damit ihren Einsatz für die Pflege und den Erhalt der Birgsauer Wendelins-Kapelle in den vergangenen 55
Jahren.

• Das Thema „Sperrung der Schattenbergschanzen“ wegen fehlerhafter Mattenbelegung ist endgültig vom Tisch. Die Schanzensperrung und die Umbauten sind beendet und somit kann der Trainingsbetrieb für Nachwuchs- und Spitzensportler wieder vollumfänglich aufgenommen werden.

• Bei der Generalversammlung des Trachtenvereins ernennt die Vorstandschaft Hermann Althaus für seine lange aktive Zeit und sein vielfältiges Vereinsengagement zum Ehrenmitglied.

• Das Problem der steigenden Baupreise hat den Neubau der Therme in Oberstdorf erfasst. Um insgesamt 1,8 Millionen wird der Holzbau für das neue Bad teurer. Das ist eine Kostensteigerung um 97 Prozent. Um diese Entwicklung aufzuarbeiten, kommt der Gemeinderat zu einer Sondersitzung zusammen. Am Ende votiert das Gremium mehrheitlich dafür, die teuren Arbeiten, die auch das Dach für die neue Therme umfassen, zu beauftragen, um einen Stillstand auf der Großbaustelle abzuwenden. In der eineinhalbstündigen hitzigen Diskussion wird Kritik am Projekt selbst („Millionengrab“) und an der Projektsteuerung („Wir haben Projektsteuerer und Verwaltung mehrfach Hinweise gegeben. Wir brauchen eine Strategie, um die Baukosten zu reduzieren.“) formuliert. Es wird sogar ein kompletter Baustopp als Option ins Spiel gebracht.

• Die Kolpingsfamilie Oberstdorf weiht ihr umgebautes Haus ein und belohnt sich für rund 6000 ehrenamtliche Helferstunden mit einem Fest. Seit 2018 wurde das Haus renoviert.

• In Oberstdorf findet die 8. Auflage des internationalen Jungmusikertreffens „Eurostage“ statt. Rund 35 Musiker aus Settimo/Italien, Megève/Frankreich, Oberstdorf und Schöllang wachsen dabei zu einem großen Orchester zusammen, dessen Krönung das Abschlusskonzert ist. Das Orchestre d’Harmonie de Megève hatte die Idee, Städtepartnerschaften zu vertiefen und den Europagedanken in einem Projektorchester für junge Talente zu leben. Dazu laden sich die französische Musikkapelle, die „Filarmonica Vittoria“ aus Settimo Vittone (Italien) und die Jugendblaskapelle Oberst-dorf im Zweijahres-Turnus jeweils gegenseitig ein.

• Christbaum (Fortsetzung): Erst in vier Monaten ist Weihnachten, dennoch sorgt die Frage nach dem Standort des Baumes für Diskussionen. Die Oberstdorfer Bevölkerung will den Baum wieder vor der Kirche. Kritisiert wird neben dem Verlust des traditionellen Standorts auch die Tatsache, dass erst vor wenigen Jahren für viel Geld am Marktplatz ein Christbaumunterbau erstellt wurde. Zudem wächst die Nordmanntanne im Kurpark, die nach einem Beschluss des Tourismusausschuss als Christbaum dienen soll, nicht wie erhofft an. (Fortsetzung folgt!)

• Der Verein der Gartenfreunde Oberstdorf informiert die Marktgemeinde darüber, dass der traditionsreiche Blumenschmuckwettbewerb nicht stattfinden kann. Der Vereinsvorsitzende Rudolf Götzberger hat den Wettbewerb 42 Jahre ehrenamtlich organisiert. Um das Engagement von Götzberger und den anderen Vereinsmitgliedern für die Verschönerung des Ortsbilds zu würdigen, will Tourismus Oberstdorf den Blumenschmuckwettbewerb ab 2023 federführend organisieren.

• Aufgrund von Starkregen löst sich eine zehn Meter breite Mure im Bereich der Mühlbachstraße (Tiefenbach) gegenüber einem Hostel, überspült eine Straße, einen Bach und mehrere Autos auf einem Parkplatz.

Mittlere Temperatur: 17,2° C (Abweichung vom langjährigen Mittelwert +1,2° C)
Niederschlag: 155,6 l/m (78 % des langjährigen Mittelwertes)
Sonnenschein: 242,0 Stunden (131 % des langjährigen Mittelwertes)

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Oberstdorfs Christbaum in den 30er-Jahren

September 2022

• 1000 Rinder von den Alpen Bierenwang, Taufersberg, Haldenwang, Rappen- und Biberalpe kommen zurück zum Scheidplatz im Ried. Bei herrlichem Sonnenschein verfolgen tausende Besucher das Ende des Alpsommers.
Erstmals war der Scheidplatz von einem Bauzaun umgeben, der die Besucher vom Verteilen und Verladen der Tiere abgrenzte.

• Bei Baggerarbeiten in Richtung der Kemptener Hütte kommt es zu einer Spannungsüberhöhung. Diese Störung führt im Gemeindegebiet Oberstdorf sowie den südlichen Tälern zu einem Stromausfall. Betroffen sind auch die
Fellhornbahn und der Viehscheid. Kurzzeitig sind 1100 Anschlüsse ohne Strom.

• „1885 - a Gschicht us em Rappenalptal“ ist ein historisierendes Bühnenstück, das die Diskussionen thematisiert, die Ende des 19. Jahrhunderts zwischen Befürwortern eines touristischen Alpinismus und Bewahrern des Althergebrachten geführt werden. Das Stück stammt von dem verstorbenen Eugen Thomma. 28 Akteure stehen auf der Bühne und einige der Ensemblemitglieder präsentieren auch Oberstdorfer Volksmusik.

• Eduard Geyer, der Altbürgermeister von Oberstdorf, ist gestorben. 29 Jahre lang, von 1973 bis 2002, leitete er die Geschicke der Gemeinde. Geboren ist „Edi“ Geyer am 19. September 1935 in Bamberg. Aufgewachsen ist er
in Füssen. Nach dem Abitur studierte er und kam nach verschiedenen Stationen in Oberpfalz, Franken und Augsburg 1970 als Oberregierungsrat an das Landratsamt Kempten. 1973 kandidierte er für das Bürgermeisteramt in Oberstdorf und gewann. Eduard Geyer war bekannt für seine oftmals unkonventionelle Art Probleme zu lösen und Schwierigkeiten aus dem Weg zu räumen. In der Ära Geyer wurde die Umgehungsstraße in Richtung Walsertal gebaut, die den Ort entlastete, er holte Ski-Weltmeisterschaften in den Ort und setzte den Bau eines Wasserkraftwerkes sowie die Verkehrsberuhigung im Ort um.

• Nach einem sehr trockenen und heißen Sommer fallen auf dem Nebelhorn Mitte des Monats ca. 15cm Schnee. Dieser Schneefall kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Temperaturen im Jahresdurchschnitt steigen.
Dies zeigt sich sehr anschaulich am Schwarzmilzferner. Der letzte Allgäuer Gletscher stirbt.

Mittlere Temperatur: 11,7° C (Abweichung vom langjährigen Mittelwert - 0,2° C)
Niederschlag: 197,8 l/m (135 % des langjährigen Mittelwertes)
Sonnenschein: 112,4 Stunden (77 % des langjährigen Mittelwertes)

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Schwarzmilzferner 2022

Schwarzmilzferner im Jahr 1921

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Oktober 2022

• Wie kann nachhaltiger Tourismus der Zukunft aussehen? Antworten auf diese Frage soll ein Symposium der Initiative „Oberstdorf for Future“ geben. Mit dabei sind Hoteliers, Gastronomen, Politiker, engagierte Bürger und interessierte Gäste. Ziel der Initiative ist es, gemeinsam den Handlungsdruck bei Verkehr, Flächenverbrauch, Bodenpreisen und Wohnungsmangel ökologisch und sozial zu gestalten.

• Eine 67 Quadratmeter große Photovoltaik-Anlage war auf dem Dach der Grundschule vorgesehen. Doch der Stromverbrauch der neuen Schule liegt inzwischen ca. 30 bis 40 Prozent höher als ursprünglich geplant. Das liegt an zusätzlichen elektrischen Geräten, die seit Projektbeginn eingeplant wurden. Deshalb wird die Fläche der Photovoltaikanlage von 67 auf 151 Quadratmeter vergrößert. Zudem wird geprüft, ob die übrige Dachfläche der Schule von dem kommunalen Tochterunternehmen Energieversorgung Oberstdorf (EVO) für die Installation einer weiteren PV-Anlage gepachtet und kommerziell genutzt werden kann.

• Wie viele Menschen verträgt die Heimat? Diese Frage steht im Mittelpunkt einer Diskussion über die Strategie von Tourismus Oberstdorf im Marktgemeinderat. Die Kurbetriebe wollen auf Nachhaltigkeit und Authentizität setzen, aber auch Urlaubs- und Lebensraum verbinden, also das Wohlbefinden von Gästen und Einheimischen gewährleisten. Wie vor allem der Ausflugsverkehr das Verhältnis von Einheimischen und Gästen belastet, wird in der anschließenden Diskussion im Gemeinderat deutlich. Eine Stimme kritisiert: „Sie (die Tagesgäste) blockieren wichtige Einrichtungen wie Bergbahnen zu Ungunsten des Übernachtungsgastes.“ Andere widersprechen: „_Jeder Gast ist in Oberstdorf willkommen!“ und verteidigen die Tagesgäste: „Wir müssen froh sein, wenn die Tagestouristen kommen.“ Für den Erhalt der Infrastruktur wie z.B. die Bergbahnen sei eine gewisse Zahl von Besuchern notwendig._

• Anlässlich des 125-jährigen Bestehens der Sektion Oberstaufen-Lindenberg des Deutschen Alpenvereins (DAV) nehmen gut 25 Mitglieder an der Sanierung einer Schutzwaldfläche am Südhang des Schattenbergs im Oytal teil. Die ca. einen Hektar große Schutzwaldfläche wird nach großen Käferschäden mit Buchen, Eiben, Tannen und einer geringen Menge Fichten aufgeforstet.

• Der Trainingsraum für Kaderathleten („Kraftalp“) direkt neben Skiinternat und Eissportzentrum ist mittlerweile zu klein. Deshalb soll für 515.000 Euro ein zusätzliches Gebäude mit Toilette angebaut werden. Die Gemeinde muss zehn Prozent der Kosten tragen. Vor 25 Jahren trainierten 18 Bundeskaderathleten am Stützpunkt Oberstdorf, heute sind es 140.

• Die Oberstdorfer Kolping-Familie lädt zu einem Benefiz-Konzert in das Oberstdorf-Haus und 600 Gäste kommen. 110 Musikerinnen und Musiker, die sämtlich ohne Gage auftreten, spielen und singen und für die Bewirtung sorgen die Vereinsmitglieder selbst. Die Einnahmen kommen der Sanierung des Kolpinghauses zugute.

• Ein Fall von Jagdwilderei beschäftigt die Polizei in Oberstdorf. Im Bereich des Berghauses Schönblick wird ein frischer Rotwildkadaver entdeckt. Eine Überprüfung vor Ort ergibt, dass das Tier wegen einer Schussverletzung verendete.

• Fortsetzung: Der Christbaum soll wieder auf dem Marktplatz vor der Kirche aufgestellt werden. Dies ist der vorläufige Schlussstrich (Anm. d. A.: Wie man sich täuschen kann!) unter eine Diskussion, die mit der Entscheidung im März begann, anstelle eines kranken Ahornbaumes eine Nordmanntanne im Kurpark für 25.000 Euro zu pflanzen, die als Christbaum geschmückt werden sollte. (Fortsetzung folgt!)

• Der Landkreis Oberallgäu wird sechs weiterführende Schulen im Süden übernehmen. Darunter ist auch das Gertrud-von-le-Fort- Gymnasium Oberstdorf. In einer nichtöffentlichen Sitzung des Gemeinderates wird über diese Übernahme der Sachaufwandsträgerschaft beraten. Da diese Beratung nicht öffentlich stattfindet, kommt es zu einem Streit zwischen Vertretern der Opposition und dem Bürgermeister, worauf zwei Ratsmitglieder den Saal verlassen. Das Gymnasium wurde 1924 als „Privat-Realschule“ von Oberstdorfer Bürgern gegründet und ging 1938 in Gemeindeeigentum über.

Mittlere Temperatur: 11,5° C (Abweichung vom langjährigen Mittelwert +3,7° C)
Niederschlag: 139,7 l/m (129 % des langjährigen Mittelwertes)
Sonnenschein: 143,5 Stunden (118 % des langjährigen Mittelwertes)

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Das Oberstdorfer Gitarrentrio während des Benefizkonzerts (Foto:AZ)

Das erste Schulhaus in der Fuggerstraße im Jahre 1926

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November 2022

• Im Bereich der Schwarzen Hütte und eineinhalb Kilometer bachabwärts wer- den massive flussbauliche Arbeiten entdeckt. Der ehemals kurvenreiche und verzweigte Rappenalpbach ist auf einen schmalen kanalisierten Flusslauf reduziert und die Uferbereiche sind rigoros eingeebnet (Foto: SZ). Die Baumaßnahmen wurden von der zuständigen Alpgenossenschaft veranlasst. Ob dies mit Wissen und Genehmigung des Landratsamtes Oberallgäu geschah, ist vor-
erst unklar. Der Bachabschnitt liegt im Naturschutzgebiet „Allgäuer Hochalpen“ und zudem ist der Bachlauf nach dem Bundesnaturschutzgesetz als Biotop geschützt. Die Schutzgebietsverordnung benennt als Ziel: „die natürlichen Gewässer unverändert zu erhalten“.

„Der Bund Naturschutz, der den Naturfrevel aufgedeckt hat, spricht von den schlimmsten Zerstörungen in einem Naturschutzgebiet seit vielen Jahren. Der Fall wiegt auch deshalb so schwer, weil das Rappenalptal nach deutschem wie europäischem Recht maximal geschützt ist.“ (Süddeutsche Zeitung vom 28.12.2022)

Bis zum Jahresende 2022 und darüber hinaus gibt es gegenseitige Schuldzuweisungen, Ermittlungen der Staatsanwaltschaft, Hausdurchsuchungen, eine Ortsbegehung des bayerischen Umweltministers und Strafanzeigen.

• Der Abriss eines Bestandsgebäudes und der Neubau eines Reihenhauses im Alten Steinachweg steht auf der Tagesordnung des Bauausschusses. Doch der Antrag wird überraschend mit einer Gegenstimme abgelehnt. Es folgt auch eine Diskussion darüber, wie man verhindern kann, dass immer mehr Wohnhäuser höchstbietend an Auswärtige verkauft werden, während der Wohnraum für Einheimische knapp wird.

• Jahreskonzert der Musikkapelle Oberstdorf im Oberstdorf-Haus aus der AZ vom 22.11.2022:

„Ob die Musikkapelle Oberstdorf Freude an dieser Herausforderung hatte, darf man bei den ambitionierten Musikerinnen und Musikern annehmen. Ganz sicher ist der Hochgenuss für die Besucher im Oberstdorf-Haus: Sinfonische Blasmusik auf dem Gipfelpunkt. Kraftvolle, emotionsgeladene Reflektion … gebettet auf mächtiges, tiefes, reines Blech, perlende Läufe der Holzbläser. Solotupfer punktgenau wie effektvoll gesetzt. Präzise Koppelungen diverser Register, die nahezu perfekt in Balance gebracht, in souveränem, dramaturgisch konstruktivem Spiel mit der Dynamik die Handlung illustrieren, mit Spannung befeuern. … Herausragende spieltechnische Leistungen und nicht weniger das Verständnis für sinfonische Blasmusik lassen dieses Jahreskonzert zum Hörerlebnis werden.“

• Das älteste Elektrofachgeschäft im Ort, der E-Werk-Laden der Energieversorgung Oberstdorf wird zum Jahresende aus personellen und wirtschaftlichen Gründen geschlossen. Der Installationsbetrieb soll hingegen weiterhin bestehen bleiben. Auch die Beratung zu Großgeräten, deren Lieferung und Installation sowie Kundendienst und Reparatur werde weiterhin angeboten.

• Der TSV Oberstdorf erhält von der Sparkasse Allgäu eine Spende in Höhe von 5000 Euro. Der 1888 gegründete und 18 Abteilungen betreuende Verein fördert mit der Spende seine Leichtathletikabteilung. Für einen Großteil des
Betrags wird ein Container angeschafft, in dem neben dem Sportplatz am Gymnasium das Sportmaterial trocken und sicher gelagert werden kann. 500 Euro fließen in den Kauf von 30 höhenverstellbaren Hürden.

• Trotz des fehlenden Schnees wird die erste Langlauf-Strecke der Saison im Ried präpariert. Möglich wird dies durch das sogenannte Snowfarming. Im März wurden rund 5000 Kubikmeter Schnee mit einer dicken Schicht aus
Sägespänen und Hackschnitzel bedeckt. Die Langlaufloipe ist rund einen Kilometer lang und dient vorrangig dem Langlauftraining des Oberstdorfer Nachwuchses. Auch Privatpersonen können die Strecke nach Anmeldung nutzen.

• Im Zuge der Haushaltsberatungen wird deutlich, dass nicht alles, was in dem Entwurf für den Etatplan 2023 steht, die Marktgemeinde sich leisten kann. Würden sämtliche Großprojekte im Jahr 2023 wie gewünscht umgesetzt, erhöhten sich die Schulden der Marktgemeinde bis zum Jahresende auf 51,4 Millionen Euro. Ende 2022 stehen sie auf 26,4 Millionen Euro. Bis zum Jahr 2026 könnten die Schulden der Marktgemeinde Oberstdorf sogar auf 64,8 Millionen Euro steigen, denn im Finanzplan sind einige Großprojekte (Neubau der Mittelschule, Neubau Feuerwehrhaus, Straßen- und Brückensanierungen und geplanter Grunderwerb) noch nicht berücksichtigt.

• Bei der neuen Nebelhornbahn wird das Tragseil ausgetauscht, das noch von der Vorgänger-Bahn stammt. Damit sollen die Störgeräusche, die seit Inbetriebnahme der neuen Bahn auftreten, endgültig eliminiert werden.

• An der Schattenbergschanze entsteht ein neuer Hochbehälter. Zwei Wasserkammern mit je 50 Kubikmeter Nutzvolumen werden künftig rund zehn Haushalte in der Oytalstraße und den Bereich der Schattenbergschanze
auch während Veranstaltungen versorgen. Der Behälter ist einer der modernsten im Allgäu und soll im Frühjahr 2023 in Betrieb genommen werden. Das Gebäude wird auf dem Grund der Oberstdorfer Rechtler errichtet.

• Immer mehr Patienten lassen sich an der Klinik Oberstdorf ein künstliches Hüft- oder Kniegelenk implantieren. Trotz der Einschränkungen durch die Coronawelle Anfang des Jahres kann bis Mitte November 2022 bereits die tausendste Endoprothese durch die Operateure am Endoprothetik-Zentrum implantiert werden. Damit zählt die Klinik Oberstdorf in Süddeutschland zu den zehn führenden Orthopädischen Spezialkliniken für Hüft- und Knie-Endoprothesen.

Mittlere Temperatur: 4,4° C (Abweichung vom langjährigen Mittelwert +2,1° C)
Niederschlag: 99,3 l/m (87 % des langjährigen Mittelwertes))_
Sonnenschein: 83,5 Stunden (104 % des langjährigen Mittelwertes)

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Der E-Werk-Laden im Jahre 1994

Die Trainingsloipe im Riedwald und in der Zimmeroy (tagesschau.de)

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Dezember 2022

• Die Arbeitsgemeinschaft Tiefenbacher Vereine feiert ihr 50-jähriges Jubiläum. Sie vertritt die Interessen der Mitglieder gegenüber Behörden und Ämtern. Nach langer Vorbereitungszeit erfolgte die Gründung der AG am 2. Dezember 1972.

• Unter dem Titel „Das Bauernhaus der Talschaften der Allgäuer Alpen“ erscheint ein umfassendes Werk zu den historischen Bauernhäusern der Region. Der Autor Mathias Kappeler (1950 - 2021) hatte sich jahrzehntelang mit dem Thema befasst. Der Oberstdorfer begann bereits Mitte der 70er Jahre damit, Häuser zu fotografieren und zu dokumentieren, die heute teilweise gar nicht mehr existieren.

• Deutschlands südlichste Polizeiinspektion in Oberstdorf soll zu einer Polizeistation herabgestuft werden. Das bedeutet, dass die Dienstelle Oberstdorf künftig nachts nicht mehr besetzt und der Inspektion Sonthofen nachgeordnet ist. Als Begründung wird angegeben, dass die Einsatzzahlen in Oberstdorf deutlich unter dem Durchschnitt liegen. Im Schnitt mussten die Oberstdorfer Beamten einen Einsatz pro Nacht absolvieren und dafür neben der Streife im Einsatz
auch einen Polizisten für die Wache abstellen. So haben die Beamten viele Überstunden aufgebaut. Vorgeschichte: Oberstdorf hatte mit seiner Polizeiinspektion eine Sonderrolle, denn die Gemeinde zählt zwar nur rund 9600 Ein-
wohner, aber es gibt 16.000 Gästebetten und ca. 2,7 Millionen Übernachtungen im Jahr. Hinzu kommen Sportgroßveranstaltungen, zu der bis zu 40.000 Besucher erwartet werden. Aber bereits 1997 war darüber gesprochen worden, die Station der Sonthofer Inspektion anzugliedern. Im Jahr 2014 sahen sich die Unterstützer im Ringen um den Erhalt der Inspektion am Ziel: Ein neues, modernes Gebäude wurde eingeweiht, das für 3,4 Millionen Euro errichtet worden war. Der Neubau bietet den Oberstdorfer Polizisten rund 1000 Quadratmeter Nutzfläche.

• Fortsetzung: Die Marktgemeinde stellt einen Weihnachtsbaum auf dem Marktplatz vor der Kirche auf und kommt damit dem Wunsch vieler Oberstdorfer Bürger nach. Doch die Tanne stammt aus dem Hochsauerland und wird als
Schwertransport etwa 600 Kilometer nach Oberstdorf geliefert. Gekostet hat der Baum nach Angaben der Kommune 24.850 Euro. Das Rathaus begründet das Vorgehen damit, dass es bei der Auftragsvergabe auf Lieferung, Aufstel-
lung, Abbau und Entsorgung angekommen sei. Eine Fachfirma habe all diese Leistungen aus einer Hand angeboten. Die Kommunalen Dienste könnten diesen Vorgang aus Sicherheitsgründen nicht mehr verantworten und durchführen.
Gründe seien die Unfallverhütungsvorschriften und Verstöße gegen die Straßenzulassungs- und Straßenverkehrsordnung.

• 122,3 Millionen umfasst der Haushalt der Gemeinde für das Jahr 2023. Es ist damit das größte Haushaltsvolumen, das ein Oberstdorfer Gemeinderat je verabschiedet hat. Die größten Investitionen im Jahr 2023 sind die Baumaßnah-
men der Grundschule (13,5 Millionen Euro), der Gemeindestraßen (6,5 Millionen Euro) und der Parkeinrichtungen (3,4 Millionen Euro). Die Abwasserbeseitigung im Gemeindegebiet schlägt mit 4,9 Millionen Euro zu Buche.
Hinzu kommen Therme (16,1 Millionen Euro), das Oberstdorf Haus (950.000 Euro) und das Eissportzentrum (2,2 Millionen Euro). Im Wirtschaftsplan der Sportstätten Oberstdorf ist für 2023 ein Verlust von 773.000 Euro (Vorjahr
628.000 Euro) festgesetzt. Die Gemeindewerke rechnen mit einem Jahresüberschuss von 646.000 Euro (Vorjahr 861.000 Euro), die Kurbetriebe mit 53.000 Euro (Vorjahr 200.000 Euro) Gesamtverlust.

• Der Marktgemeinderat beschließt, die Pläne für eine Gastronomie in Schöllang zu intensivieren. Diese wird von den Bürgerinnen und Bürgern des Oberstdorfer Gemeindeteils schon seit Langem gefordert. Ein Architekt soll nun beauftragt werden, eine Entwurfsplanung für eine erdgeschossige Gastronomie mit 60 Innen- und maximal 90 Außensitzplätzen zu erstellen. In zwei Obergeschossen ist Mietwohnraum vorgesehen.

• Die neue Hütte am Moorweiher wird fertiggestellt.

• Mit Abschluss der aufwendigen Renovierung und Modernisierung des Stillachhauses hat die Akutklinik für Psychosomatische Medizin, Psychiatrie und Psychotherapie ihre Pforten wieder geöffnet. Das Haupthaus umfasst nun 58 Einzelzimmer und eine neu gestaltete Außenanlage.

• Bei der Finanzierung eines neuen Einsatzfahrzeuges wird die Oberstdorfer Bergwacht von der Heinz Volderauer Stiftung unterstützt. Am 12. November 1976 verstarb der Buchhändler Heinz Volderauer aus Oberstdorf im Alter von
46 Jahren. In seinem Testament wurde die Bergwacht Oberstdorf zum Teil-Erben eingesetzt. Diese Erbschaft ist die Basis der nach ihrem Spender benannten Stiftung.

• Rund 25.000 Zuschauer besuchen das Auftaktspringen der 71. Vierschanzentournee am Schattenberg. Trotz des Schneemangels und der milden Temperaturen ist die Schanze ausgezeichnet präpariert. Es gewinnt _der Norweger
Halvor Egner Granerud vor den Polen Piotr Zyla und Dawid Kubacki. Der Oberstdorfer Karl Geiger wird Vierter._

Mittlere Temperatur: +0,2 ° C (Abweichung vom langjährigen Mittelwert +1,6° C)
Niederschlag: 106,8 l/m (85 % des langjährigen Mittelwertes)
Sonnenschein: 44,0 Stunden (63 % des langjährigen Mittelwertes)

––
Jahreswerte 2022

Mittlere Temperatur: +8,5° C (Abweichung vom langjährigen Mittelwert +1,5° C)
Niederschlag: 1510,1 l/m (90 % des langjährigen Mittelwertes)
Sonnenschein: 1847,0 Stunden (114 % des langjährigen Mittelwertes)

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Der Weihnachtsbaum 2022

Gasthaus zur Alpenrose in Tiefenbach auf einer Postkarte um 1930

Postkarte
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Ehemaliger Hörsaal im Stillachhaus

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Kontakt

Verschönerungsverein Oberstdorf e.V.
1. Vorsitzender
Peter Titzler
Brunnackerweg 5
87561 Oberstdorf
DEUTSCHLAND
Tel. +49 8322 6759

Der Verein

Unser gemeinnütziger Verein unterstützt und fördert den Erhalt und Pflege von Landschaft, Umwelt, Geschichte, Mundart und Brauchtum in Oberstdorf. Mehr

Unser Oberstdorf

Seit Februar 1982 werden die Hefte der Reihe "Unser Oberstdorf" zweimal im Jahr vom Verschönerungsverein Oberstdorf herausgegeben und brachten seit dem ersten Erscheinen einen wirklichen Schub für die Heimatforschung. Mehr

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