Am selben Tag wurde der „Realschulverein Oberstdorf“ mit 65 Mitgliedern gegründet.
Den Vorsitz übernahmen Bürgermeister Hochfeichter und Gemeinderat Andreas Hofmann. Georg Bisle nahm als Schriftführer auf der Stelle 29 Schüleranmeldungen entgegen.
Am Montag führte man Verhandlungen in Sonthofen und Kempten, um dort die Zustimmung für eine Oberstdorfer Privat-Realschule sicherzustellen. Am Mittwoch reisten die Herren Bisle, Tauscher (der für das Schulwesen zuständige Gemeinderat, Dentist Karl Tauscher.) und Däntl nach München, um beim zuständigen Ministerium für Unterricht und Kultus die Genehmigung für den Standort Oberstdorf einzuholen und am Donnerstag berieten Gemeinderat, Orts-
ausschuss, Realschulverein und Verkehrs- und Kurverein über die „Praktikabilitäten“.
Welch große Bedeutung Kurdirektor Schallhammer der neuen Schule für den Fremdenverkehr beimaß, zeigte sich darin, dass er in Übereinstimmung mit dem Ortsausschuss zunächst den großen Lesesaal im ersten Stock des Rathauses als provisorischen Schulraum zur Verfügung stellte. Der Gemeinderat bewilligte den Einbau eines Kamins, der den Raum besser heizbar machen sollte.
Brauereibesitzer Karl Richter, dem neben der „_Sonne_“ auch der „Hirsch“ und die „Traube“ gehörten und dessen Söhne die Oberrealschule in München besuchten, sorgte uneigennützig für Ersatz. Er stellte den Gartensaal des „Hirsch“ als Lesesaal für die Kurgäste zur Verfügung.