Gruppenbild Mitwirkende Spielsaison 2022
Im Herbst 2022 war es endlich wieder so weit: die Theatergruppe des Gebirgstrachten- und Heimatschutzvereins konnte mit einem Jahr Verspätung ein neues Stück auf die Bühne bringen. Ursprünglich war vorgesehen, eine Spielsaison zum 20-jähringen Jubiläum der Gruppe durchzuführen – aufgrund der Corona-Pandemie war dies jedoch leider nicht umsetzbar.
„1885 – A Gschicht us em Rappenalptal“ stammt aus der Feder unseres langjährigen „Feadrfuxar´s“ Eugen Thomma (wie er sich selbst gerne nannte) – seinem letzten Bühnenwerk. Eugen hat die Vorbereitungen der Theatersaison
noch tatkräftig mitgestaltet und ließ sich regelmäßig über alles informieren – insbesondere wie die Umsetzung voranschreitet.
Anfang Juni war es ihm noch möglich, eine Probe des ersten Aufzuges mit anschließender Brotzeit zu besuchen
und sich davon zu überzeugen, dass alles auf dem richtigen Weg ist. Wer Eugen kannte, weiß, dass er an diesem
Abend der erste und letzte Gast war – insbesondere den Pressack ließ er sich schmecken. Leider konnten wir ihm seinen Wunsch – das fertige Stück im Oberstdorf Haus auf der Bühne sehen zu dürfen – nicht mehr erfüllen. Eugen ist am 19. Juni 2022 zu Hause am Schreibtisch eingeschlafen.
Das historische Stück ist in drei Aufzüge geteilt. Der erste Akt behandelt in verschiedenen Szenen die Alpzeit im Rappenalptal in den frühen 1880er-Jahren. Der alte Kohlen- und Schnapsbrenner Sebes (dargestellt von Fritz Schwarz) verbringt die Sommermonate mit seinen Enkelkindern Susele (Verena Althaus) und Felix (Ludwig Schraudolf) in einer armseligen Hütte am Brenntewinggeare.
Sie führen dort ein karges Leben mit vielen Entbehrungen. Um ein paar Mark dazuzuverdienen sind die verschiedensten Möglichkeiten willkommen – wenn auch nicht immer legal. So sucht Konrad (dargestellt von Mathias Freudig) in der Kohlerhütte Unterschlupf, als er mit einem Rucksack voller Tabakwaren vom nahegelegenen Lechtal vor den Zollbeamten fliehen muss. Sebes weiß sofort, was zu tun ist: versteckt die Schmugglerware nebst Teilen der Kleidung, gibt kurze Anweisungen und lässt das Geschehen so wirken, dass der herannahende Zöllner(Mathias Math) keinen Verdacht schöpfen kann. Kritisch betrachtet der Kontrolleur die wenigen Gegenstände und die anwesenden Personen im Raum und muss letztlich ohne Fahndungserfolg weiterziehen.
Konrad – wie auch seiner heimlichen Liebschaft Susele – fällt da ein großer Stein vom Herzen, als der Grenzbeamte die Hütte wieder verlassen hat. Aber nicht nur, wie die Situation entschärft werden konnte, auch wie die Schmugglerware sicher ins Dorf gelangt – der schlitzohrige Sebes hat auch hierfür eine Lösung parat.
Zu später Stunde klopft Urbanes (_dargestellt von Thaddäus Joas_) an der Türe und berichtet stolz, dass es ihm gelungen ist, bei der heutigen Prinzenjagd einen mit Streifschuss getroffenen Gemsbock zu verfolgen und beiseitezuschaffen.
Als Dank für hilfreiche Ratschläge des Sebes in der Vergangenheit überreicht Urbanes ein paar Innereien an die Kohlerfamilie, um etwas Abwechslung in die eintönige Ernährung der damaligen Zeit zu bringen. Bei dieser Gelegenheit erhält auch Konrad ein paar Ratschläge, die er bei künftigen Grenzgängen befolgen soll, um nicht in die Arme der Zöllner zu gelangen, welche Urbanes im Laufe des Tages beobachten konnte.
Um diese Zeit war der Umbruch vom blauen zum grünen Allgäu in vollem Gange und viele Sennküchen wurden gebaut, um die Milch verkäsen zu können. An Konrad wurde die Möglichkeit herangetragen, im nächsten Jahr eine solche Einrichtung zu übernehmen – bevorzugt wurden jedoch Familien. So schleicht sich der junge Mann ein paar Tage später in die Kohlerhütte um dem Susele durch hintersinnige Fragen einen Heiratsantrag zu machen.
Aufgrund eines vergessenen Löünars erfährt Felix von dem heimlichen Besuch und stellt seiner Schwester Fangfragen – verstrickt sich dabei jedoch selbst in Widersprüche und muss letztlich eingestehen, dass auch er mit dem Dorle (_Lucia Schleich_) vom Breitengehren eine Liebelei hat.
Nachdem das Vieh das Tal verlassen hat und zurück in den Ställen der Besitzer ist kehren weitere Personen am Brenntewinggeare ein: die Kultüürar. Im Auftrag der Alpgenossenschaften und der Forstwirtschaft führen sie Baumbepflanzungen durch, um sich etwas dazuzuverdienen. Bei der Gelegenheit bringen insbesondere Käthr
(_Elisabeth Titscher_) und Resele (_Monika Sehrwind_) Neuigkeiten aus dem Dorf in die Abgeschiedenheit und verbreiten, was die Gemüter bewegt.