Oberstdorf vor 50 Jahren

von Eugen Thomma am 01.06.2014

1963

Januar

  • Das Standesamt Oberstdorf beurkundet für das Jahr 1962 - 274 Geburten (135 Mädchen, 139 Knaben), 89 Eheschließungen und 139 Todesfälle.
  • Der vergangene Dezember 1962 war der kälteste und schneereichste seit 22 Jahren. Donau und Main sind vereist und der Bodensee zugefroren.
  • Der Sieger von Oberstdorf, der Norweger Toralf Engan, wird bei der Vierschanzen-Tournee Gesamtsieger.
  • Bei der Jahresversammlung der AV-Sektion Oberstdorf werden interessante Zahlen für das Jahr 1962 bekannt. Die Sektion hat 650 Mitglieder, auf der Fiderepasshütte wurden 1.306 Übernachtungen gezählt. Die Jungmannschaft hat an vier Wochenenden gearbeitet, um das Kreuz auf der Trettachspitze neu zu errichten.
  • Michael Besler, Gemeinderat, 2. Vorsitzender der Rechtler und Alpmeister, stirbt überraschend. Der Verblichene war über 40 Jahre im Oberstdorfer Elektrizitätswerk, das sein Großvater gegründet hatte, tätig.
  • Die andauernde große Kälte spielt mit, als die Handelsschule Merkur in Oberstdorf den Schulbeginn nach den Ferien um eine Woche hinausschieben muss. Auch das geplante Nachtspringen auf der Kühbergschanze fällt aus.
50 Jahre - Heft 64

Die Kühbergschanze, die im Volksmund aber Jugendschanze hieß.

Schanzenrekordhalter war, mit einem 42 Meter- Sprung bis in den Knick, Sepp Weiler.

  • Jede Menge Arbeit für die Verantwortlichen des ECO gibt es bei der Durchführung der Bayerischen Meisterschaften im Eiskunstlauf und Eistanz. Beim abschließenden Schaulaufen waren über 2.000 Besucher auf den Rängen.
  • Bei der Bürgerversammlung in Schöllang lobt Bürgermeister Lorenz Böck den Bürgersinn, weil es nur mit privater Hilfe möglich war, zwei TS 8-Motorspritzen für die Feuerwehr zu beschaffen.
  • Heini Ihle siegt auf der Kreuzbergschanze in Bischofsheim/Rhön und wird damit Bayerischer Meister im Skisprunglauf.
  • Der kälteste Januar seit 70 Jahren geht zu Ende mit einem Monatsdurchschnitt von 9,3 Grad minus, einem Tiefstwert am 27. Januar mit 27,8 Grad und einer Schneehöhe von 108 cm.

Februar

  • Sieben Gesellschafter und 33 stille Teilhaber bringen die Summe von 80.000 DM für den Schöllanger Skilift auf, der nun feierlich eingeweiht wird.
  • An einem eisigen Wintertag, dem 21. Februar, wird auf dem Schöllanger Burgfriedhof Pfarrer Johannes Schiebel zu Grabe getragen. Den Geistlichen, Ehrenbürger der Gemeinden Oberstdorf, Schöllang, Tiefenbach und Vorderburg, könnte man als Wohltäter und Entwicklungshelfer des oberen Allgäus bezeichnen. Als „Erschließer der Breitachklamm” hat er sich selbst ein unvergessliches Denkmal gesetzt.
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Pfarrer Johannes Schiebel, geb. am 29. April 1871 in Memersch, Gem. Petersthal, gest. am 21. Februar 1963 in Reichenbach.

  • 1.483 Verkehrsunfälle hat die Polizei 1962 im Landkreis Sonthofen registriert; dabei waren auch 25 Tote zu beklagen.
  • Siegfried Kuen ist seit 40 Jahren Organist und Chorregent in der Pfarrkirche St. Johannes Baptist. Die geplante Beethoven-Messe muss auf eine wärmere Zeit verschoben werden, weil es bei den niedrigen Temperaturen unmöglich ist, in der Kirche zu proben.
  • Vollen Saal hat das Schwäbische Landesschauspiel, als es in der Turnhalle das Märchen „Rumpelstilzchen” auf die Bühne bringt.
  • Beim Internationalen Skirennen im Kleinwalsertal startet beim Riesentorlauf auch Karim Aga Khan.
  • Die Theatergastspiele Basel und das Wiener Ballett führen in der Filmbühne Franz Lehárs Meisterwerk, die Operette „Das Land des Lächelns”, auf.
  • Der Holzschnitzer Wilhelm Math feiert seinen 70. Geburtstag. Der Jubilar kann als Begründer des Oberstdorfer Heimatmuseums angesehen werden.

März

  • Ab 1. März kostet bei der Post ein Standardbrief 20 Pfennige und eine Postkarte 15 Pfennige.
  • Im Alter von 95 Jahren verstirbt der unter dem Namen „Fronzaliise” bekannte Chronist und Grafiker Franz Alois Schratt. Seine schriftlichen und bildlichen Aufzeichnungen sind heute hervorragende Dokumente der Ortsgeschichte.
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Holzschnitzer und Heimatforscher Wilhelm Math.

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Chronist und Grafiker Franz Alois Schratt.

  • Max Bolkart gewinnt auf der Mittagschanze in Immenstadt mit Sprüngen von 81 und 87 Metern den „Immenstädter Pokal” endgültig, nachdem er schon 1956 und 1959 Sieger war.
  • Die Firma Wilhelm Geiger zieht zum 40-jährigen Firmenjubiläum in ihr neues Bürogebäude im Enzenspergerweg um.
  • Bester Sport auf dem Eis wird den rund 5.000 Zuschauern beim Schaulaufen der Elite geboten. Marika Kilius und Hans-Jürgen Bäumler waren zuvor in Cortina d’ Ampezzo Weltmeister geworden.
  • Der SCO trauert um sein Ehrenmitglied Rektor Anton Henkel, der, als junger Lehrer, in den Jahren 1921/22 hier an der Volksschule den Skilauf als Schulsport eingeführt und sich auch weiterhin um die Skijugend verdient gemacht hat.
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Rektor Anton Henkel (li.) und seine Frau Sonja, geb. Ahlström, im Gespräch mit schwedischen Skispringern.

  • Heinrich Bernhard Zirkel, in Oberstdorf bestens bekannt als Verfasser des ersten Bandes „Geschichte des Marktes Oberstdorf”, tritt als Schulrat in Marktoberdorf in den Ruhestand.

April

  • Kein Aprilscherz ist es, dass die Bayerische Landpolizei ihre Diensträume am 1. April vom Rathaus in das staatseigene Gebäude am Bahnhofplatz verlegt.
  • Bei der Jahresversammlung des Vereins der ehemaligen Rechtler wird Holzwart Anton Berktold zum 1. und Leo Buchenberg zum 2. Vorsitzenden gewählt. Interessant sind die folgenden Zahlen: 1962 waren 635 Stück Jungvieh und 188 Milchkühe auf der gemeindlichen Weide.
  • Ein Eishockey-Schlagerspiel zwischen den Skilehrern und den Schuhplattlern leiten souverän Kurdirektor Fritz Geiger sowie der Café Bauer- und Hirschwirt Hans Wölpl. Leider wurde vergessen, das Spielergebnis in der Presse zu veröffentlichen.
  • Nach Abzug aller Zuschüsse hat der Markt Oberstdorf für 1962 noch 136.800 DM für Lawinen- und Wildbachverbauung zu bezahlen.
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Das Schulhaus in Kornau

  • Die Regierung von Schwaben drängt auf Auflösung der Volksschule Kornau, weil dort nicht mehr die erforderliche Mindestzahl von 25 Schulkindern vorhanden ist. Die Eltern wehren sich und wollen die Schule erhalten, auch wenn nur noch 20 Schulpflichtige da sind.
  • Bei der Frühjahrs-Trophäenschau der Oberallgäuer Reviere werden in der Turnhalle 135 Gämskrucken (112 Böcke, 23 Geißen) und 669 Rehgehörne zur Beurteilung vorgelegt.
  • Beim ersten Curlingturnier auf deutschem Eis geht es um den „Nebelhorncup”, mit dem CC Mürren aus dem schweizerischen Berner Oberland als Sieger.
  • Unter der alten Linde bei den Lorettokapellen werden im Rahmen eines Festgottesdienstes ein Ford Transit TSF 8/8 mit Ziegler TS 8 und ein Magirus TLF 16 der Freiwilligen Feuerwehr Oberstdorf feierlich geweiht.
  • Der Fischereiverein beklagt ein großes Fischsterben wegen des kalten Winters, in dem die Fische in den Fließgewässern eingefroren sind. Der Freibergsee hat Ende April noch eine geschlossene Eisdecke.

Mai

  • Im Alter von 83 Jahren geht Fritz Müller, Senior der Firma Eisen-Müller, in die Ewigkeit. Der Verstorbene war rund 25 Jahre im Aufsichtsrat der Allgäuer Volksbank und mehrere Jahre Vorstand des Verkehrs- und Kurvereins.
  • Heiterkeit kommt auf bei der Bürgerversammlung, als Beschwerden über Lärm- und Staubentwicklung durch Baufahrzeuge laut werden und sich zwei Bauunternehmer gegenseitig den „Schwarzen Peter” zuschieben.
  • Der Kölner Volksschauspieler Willi Millowitsch und sein Ensemble gastieren in der Filmbühne mit dem Schwank „Anton, zieh’ die Bremse an ...”.
  • Bei der Jahresversammlung des Verkehrs- und Kurvereins kommen interessante Zahlen ins Gespräch: die Kurabgabe beträgt 0,60 DM, Oberstdorf verfügt über rund 9.500 Gästebetten mit 45,1 % Auslastung, die Aufenthaltsdauer beträgt im Schnitt 12,7 Tage, 79 % der Gäste reisen mit dem Zug an, 14 % mit dem Auto, 3 % mit dem Bus, Rest unbekannt.
  • Adolf Adamer, der fast drei Jahrzehnte Lehrer in Obermaiselstein war und dem Allgäu viele herrliche Zeichnungen hinterlässt, stirbt in seiner Wahlheimat.
  • Der FCO siegt in einem Fußballspiel der A-Klasse gegen den FC Immenstadt mit 5:1 Toren.
  • Bei einer Bergführertagung im Gasthof Adler fordern deutsche Bergführer eine rechtliche Ordnung für ihr Berufswesen.
  • Auf Einladung der Deutschen Bundesbahn besuchen im Rahmen einer Werbefahrt 25 Journalisten aus Westfalen Oberstdorf und reisen weiter zu Allgäuer Kurorten.
  • Die Wiedereröffung der Breitachklamm nach der Schneeschmelze muss um einen Tag verschoben werden. Unbekannte haben in der Nacht zuvor Sachbeschädigungen wie auch Beschädigungen an den Schutzgeländern verübt.
  • Der Augsburger Unternehmer Gerstmaier lädt ein zum jährlichen „Pfingstvolksfest” am Oybele. Mit Karussel, Schiffsschaukel, Autoscooter und Schießhalle war für Jung und Alt etwas geboten.

Juni

  • Der Pächter der Reithalle, Reitlehrer Heinrich Herb, veranstaltet einen „Tag der offenen Tür” und zeigt vor interessiertem Publikum die Arbeit mit Pferden.
  • Unter der Leitung von Max Bolkart sen. unterhält das 16 Musiker starke Kurorchester zweimal täglich die Gäste.
  • Die „Sennerei Oberstdorf” ändert ihren Namen in „Milchversorgung Oberstdorf eGmbH” und gibt nur noch Frischmilch und Frischmilcherzeugnisse ab.
  • Lehrer von Volks-, Real-, Berufs- und Fachschulen aus Hessen durchlaufen in Oberstdorf ein Seminar für Natur- und Bergwandern. Anderl Heckmair und Wiggerl Gramminger vermitteln das entsprechende Wissen.
  • Die Deutsche Bundespost erstellt eine Reihe von Telefonhäuschen, teilweise mit einem „stummen Postamt”, das heißt mit Briefkasten und Briefmarkenautomaten.
  • Papst Johannes XXIII. stirbt in Rom. Der Bauernsohn Giuseppe Angelo Roncalli war viereinhalb Jahre auf dem Stuhl Petri. Nachfolger wird der Mailänder Erzbischof, Kardinal Giovanni Battista Montini, als Paul VI.
  • Nach rund einjähriger Bauzeit wird an der Stelle des abgebrochenen Parkhotels Luitpold das neue Kur- und Kurmittelhaus feierlich eingeweiht. Architekt Wenz und Dr. Waldemar Hornbacher führen durch das Haus.
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Kurhaus und Kurmittelhaus im Jahr 1963

  • Nach der Landesstatistik ist jeder vierte Bayern-Urlauber Camper auf einem der 149 Campingplätze; 1962 waren es noch 139 Plätze.
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Der Campingplatz an der Rubinger Straße, als Camper noch in Zelten wohnten.

  • Der Marktgemeinderat stimmt dem Bau einer Material-Seilbahnstation am Rappensee zu.

Juli

  • Der Kreistag beschließt den Neubau des Krankenhauses in Immenstadt. Dafür sind 11,4 Mio. DM vorgesehen. Der Jahresetat des Kreises umfasst 8,7 Mio. DM.
  • Das Oberstdorfer Theater glänzt mit der Premiere von „Die drei Eisbären” von Maximilian Vitus. Weitere Stücke jener Tage sind „Die Wallfahrt”, „Die Probenacht” und „Das halbierte Ziummer”.
  • Große Namen sind beim Internationalen Schaulaufen auf Oberstdorfer Eis vertreten mit Manfred Schnelldorfer (3. der WM, 7 x Deutscher Meister), Inge Paul (Deutsche Meisterin 1962), Sepp Schönmetzler (Deutscher Meister 1962), Giordano Abbondati (Italienischer Meister 1963) und, als Krönung, Marika Kilius und Hans-Jürgen Bäumler, die in Oberstdorf auch trainieren.
  • Alle 71 Abiturienten der Oberrealschule (57 männlich und 14 weiblich) wollen u. a. folgende Fächer studieren: 1 Ingenieurwesen, 11 Volkswirtschaft, 10 Medizin, 3 Zahnmedizin, 7 höheres Lehramt, 3 Mittelschuldienst, 4 Volksschuldienst, 4 Finanzwirtschaft, 3 Chemie, 3 Sprachwissenschaften, 2 Jura, 2 Architektur, je 1 Pharmazie, bildende Kunst, Mathematik, Landwirtschaft und Offizier.
  • Der bisherige „Seitenarm” der Prinzenstraße erhält den Namen „Kratzerstraße” und die Verbindung von der Ludwigstraße zum Haslach wird zur „Promenadestraße”.
  • Mit Studienprofessor Georg Brandner tritt eine markante Persönlichkeit in den Ruhestand. Der aus einer Geigenbauerfamilie Stammende studierte an der Musikakademie Prag, war als Soldat in Regimentskapellen in Graz und Wien tätig, fungierte als Kapellmeister der Garnisonskapelle Belgrad und dirigierte die Kurorchester Karlsbad und Franzensbad, eher er nach dem Krieg an der Oberrealschule Oberstdorf Musik unterrichtete.
  • Beim Wettbewerb an der Bäckereifachschule Lochham wird die Bäckereiverkäuferin Annerose Tauscher 2. Landessiegerin.
  • Eine Kombination ERC Sonthofen/EC Oberstdorf schlägt auf Oberstdorfer Eis den ESC Kaufbeuren mit 8:4 Toren.
  • Auf den TV-Bildschirmen des oberen Allgäus ist derzeit nur ein Programm zu sehen.
  • Aus der Volksschule Oberstdorf werden 45 Schülerinnen und Schüler entlassen; davon kommen 33 aus der katholischen und 12 aus der evangelischen Klasse.
  • 100 Jahre alt wird das „Sachsenhaus”, das der Leipziger Verleger Gustav Meyer (Meyers Lexikon) 1863 von Zimmermeister Leonhard Huber erstellen ließ. Das Haus beherbergte später illustre Gäste wie den Maler Ludwig Richter, den Komponisten Franz von Holstein oder Prinz Ludwig von Bayern, den späteren König Ludwig III.
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Abgebrochen wurde das „Sachsenhaus” (heute Wohnanlage am Sachsenweg).

August

  • Der Marktgemeinderat verabschiedet den Etat 1963 mit 6,6 Mio. DM im ordentlichen und mit 1,8 Mio. DM im außerordentlichen Haushalt.
  • Der Chronist des Kleinwalsertales, Alfons Köberle, feiert seinen 70. Geburtstag. Der Jubilar hat seiner Heimatgemeinde in dem achtbändigen genealogischen Werk „Walser Geschlechter 1600 bis 1960” die Geschichte von rund 14.000 Walsern und ihren Heimstätten überlassen.
  • Regenschirme sind fast wichtigstes Requisit beim Festzug, als der Trachtenverein „Almrausch” sein 50-jähriges Gründungsfest feiert.
  • Mit Urkunde vom 18. August 1963 wird aus unserem „Kreisdorf” die Kreisstadt Sonthofen. Im Rahmen vieler Festlichkeiten kommt das „Welttheater”, die Geschichte in lebenden Bildern, von Arthur Maximilian Miller zur Aufführung.
  • Im Laufe des Jahres erringen junge Leute aus Oberstdorf berufliche Siege: Josef Ohmayer (Schreiner) und Josef Göttl (Kunstschmied) werden Landessieger, während Rosemarie Blochberger (ABR) als beste Reiseverkehrskauffrau Bayerns ausgezeichnet wird. Unter 90 Prüflingen bei der staatlichen Skilehrerprüfung schneidet Ekkehard Ulmrich als Bester ab.
  • Über 1.500 Zuschauer verfolgen im Eisstadion den Eisschnelllauf-Wettbewerb „Vier Städte-Vergleichskampf” zwischen den Mannschaften aus Berlin, Mannheim, München und Oberstdorf.
  • Landrat Johann Martin Ditterich plädiert für die Erhaltung der Reste des aus der Bronzezeit stammenden Prügelweges im Agathazeller Moos. Bei Torfarbeiten war dieses Relikt der Frühgeschichte im Jahr 1829, in einer Tiefe von 1,50 bis 2 Metern, entdeckt worden.

September

  • Das im Vorjahr abgebrannte Café Bergkristall am Höllwiesenweg geht nach einem Neubau wieder in Betrieb.
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Das alte Café Bergkristall, vor dem Brand

  • Zum Schulanfang erscheinen in der damals konfessionell zweigeteilten Grundschule folgende ABC-Schützen: evangelisch 12 Buben und 15 Mädchen, katholisch 33 Buben und 32 Mädchen, kombinierte Klasse 23 Buben und 11 Mädchen, was eine Gesamtzahl von 126 jungen „Studierenden” ergibt.
  • Der Ausbau der „stillen Alarmierung” für die Feuerwehr schreitet voran. Im gemeindlichen E-Werk wird die Rundsteueranlage installiert. Ebenfalls in Betrieb genommen wird beim E-Werk das Dieselhaus und der Dieselmotor.
  • Der Sender München I und die Zeitschrift „Hör zu” berichten über den Oberstdorfer Wilde Mändles-Tanz.
  • Beim Eishockey-Städteturnier siegt Preußen Krefeld vor Oberstdorf, Bad Tölz und Den Haag.
  • Bürgermeister und Gemeinderäte des Kurortes Bad Krotzingen besichtigen Oberstdorfs neue Kureinrichtungen. Unsere Gemeindeväter staunen darüber, was das Land Baden-Württemberg bei solchen Projekten an Zuschüssen bezahlt.
  • In der Zeit vom 1. Oktober 1962 bis 30. September 1963, also in einem Jahr, sind in den Mitgliedsgemeinden des Oberallgäus, einschließlich Kleinwalsertal und Jungholz, 4.645.405 Übernachtungen gezählt worden. Über der 100.000er-Grenze lagen Tiefenbach mit 102.193, Schöllang mit 114.898, Oberstaufen mit 159.505, Fischen mit 270.081, Hindelang mit 663.578, Kleinwalsertal mit 931.769 und Oberstdorf mit 1.543.235 Übernachtungen.

Oktober

  • Nicht gut gesinnt war Petrus dem internationalen Tennisturnier in Oberstdorf. Der Regenschirm war bei den Besuchern fast ständig im Einsatz.
  • Das Schwäbische Landesschauspiel bringt auf der Filmbühne „Don Carlos” von Friedrich Schiller zur Aufführung. Viele Besucher aus dem Oberallgäu nutzen die damals üblichen Theaterbusse.
  • An dem „Brandobjekt” Oberrealschule testen der Markt und die Oberen der Feuerwehr die Schnelligkeit und Schlagkraft der Hilfsmannschaften.
  • Bei der Trophäenschau der Oberallgäuer Jäger sind in der Tunrhalle 274 Hirschgeweihe zu besichtigen.
  • Der 87 Jahre alte Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer tritt nach 14 Jahren von seinem Amt zurück und macht den Weg frei für seinen Nachfolger, den bisherigen Wirtschaftsminister und „Vater des Wirtschaftswunders”, Prof. Ludwig Erhard.
  • Als im Piavetal, bedingt durch einen Bergsturz, die Mauer des Stausees teilweise bricht, rauscht eine über 100 Meter hohe Flutwelle durch das enge Tal und reisst den Ort Longarone mit. Über 3.000 Menschen kommen dabei um.
  • Viel Prominenz aus Politik und Tourismus gratulieren, als in erstaunlicher Rüstigkeit Altbürgermeister Hermann Schallhammer seinen 80. Geburtstag feiert. Der Jubilar war als Kurdirektor nicht nur für Oberstdorf, sondern für die ganze Region ein Pionier des Wintersports und des Tourismus.
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Der ehemalige Kurdirektor und Altbürgermeister Hermann Schallhammer

  • In der neurenovierten Pfarrkirche St. Johannes Baptist geht der Einbau der Heizungsanlage dem Ende entgegen.
  • Das Skisportkomitee tagt regelmäßig, um die Vorarbeiten für die Skiflugwoche 1964 zu bewältigen. Peter Weiß löst Hans Lacher als 1. Vorsitzenden des SCO ab.

November

  • Auf Hochtouren laufen die Arbeiten der Nebelhornbahn, um das Berghotel Höfatsblick als modernes Sporthotel bis Weihnachten eröffnen zu können.
  • Kommunalpolitiker aus dem Berchtesgadener Land besichtigen hier das neue Kur- und Kurmittelhaus und werden von Bürgermeister Dr. Paul Dreher und Kurdirektor Fritz Geiger geführt.
  • Das Stadion kocht, als der ECO und der EC Sonthofen die Schläger kreuzen. Mit einem versöhnlichen 4:4 endet das Treffen.
  • Das Schwäbische Landesschauspiel bringt auf den Brettern der Filmbühne „Mutter Courage und ihre Kinder” von Bertolt Brecht zur Aufführung.
  • Das Toni Brutscher-Trio kehrt nach neun Tagen wieder zurück. Die beliebten Musiker haben nicht nur für zwei große Sporthäuser, sondern auch für ihren Heimatort in Hamburg und Berlin Werbung betrieben.
  • Als „das Wunder von Lengede” geht die Rettung von elf eingeschlossenen Bergleuten auf der Erzgrube Mathilde in die Geschichte des Bergbaues ein. Nach qualvollen 336 Stunden können die Kumpel mit einer Rettungsbombe aus 63 Meter Tiefe geborgen werden.
  • Der Volksschauspieler Ludwig Sippel, Mitbegründer des Oberstdorfer Theaters, Theaterautor und Humorist, verstirbt 67-jährig.
  • Im Verlauf des Jahres erwirbt das gemeindliche Elektrizitäts- und Wasserwerk einen Grabenbagger und legt im oberen Oybele einen weiteren Tiefbrunnen an. Es erbaut ein Diesel- und Schalthaus und nimmt einen 1.500 PS starken Dieselmotor in Betrieb. Das Gebiet Schrattenwang-Schönblick wird an das Stromnetz angeschlossen.
  • An alte Zeiten erinnert Otto Bader mit seinem Lichtbildervortrag „Oberstdorf einst und jetzt”.

Dezember

  • Für die Fraktion der Heimkehrer und Kriegsgeschädigten empfiehlt deren Sprecher Adolf Winter, bei der kommenden Wahl wieder Johann Martin Ditterich als Landrat zu wählen.
  • Polizeiobermeister Karl Waldenmayer wird Nachfolger von POM Erwin Kosik als Leiter der Landpolizeistation Oberstdorf.
  • Tolle Zeiten für Eishockey in Oberstdorf: Der ECO besiegt Bad Nauheim mit 4:3 und den Kölner EK mit 12:4 Toren.
  • Obwohl der 2,2 Mio. DM teure neue Bahnhof als „Oberstdorfs Visitenkarte” propagiert wird, ist man mit der äußeren Gestaltung des Gebäudes nicht ganz zufrieden.
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Oberstdorfs neuer Bahnhof, dessen Baustil sehr umstritten war

  • Mit einem Festabend in der Turnhalle begeht der TSV sein 75-jähriges Bestehen. Ludwig Witsch und Rupert Schwendinger werden für 70 Jahre Treue geehrt.
  • Mit Werkstätten und Fahrzeugpark zieht der Markt Oberstdorf von der Nebelhornstraße in seinen neuen Bauhof an der Hermann-von-Barth- Straße um. Dadurch wird Raum frei für den Neubau des Feuerwehrhauses.
  • Das Schwäbische Landesschauspiel hat bei der Aufführung „Die Glasmenagerie” von Tennessee Williams in der Filmbühne und bei „Der gestiefelte Kater” in der Turnhalle jeweils ein volles Haus.
  • Mit einem Staatsakt in Stuttgart ehrt die Bundesrepublik Deutschland den verstorbenen Altbundespräsident Prof. Theodor Heuss.
  • Bei einem der Ausscheidungsspringen auf der Schattenbergschanze, für eine gemeinsame Olympiamannschaft Ost/West, siegt Dieter Neuendorf vor Max Bolkart. Bei diesem Vergleich waren nur drei Westdeutsche unter den ersten Zehn.
  • Am Grünten kommt es zum Abschluss des ersten Bauwerkes am Sender des Bayerischen Rundfunks. Im folgenden Jahr sollen, nach weiteren Arbeiten, von dort aus auch das zweite und dritte Programm ausgestrahlt werden können.

Quellen: »Allgäuer Anzeigeblatt«, Jahrgang 1963 und eigene Aufzeichnungen.

Kontakt

Verschönerungsverein Oberstdorf e.V.
1. Vorsitzender
Peter Titzler
Brunnackerweg 5
87561 Oberstdorf
Deutschland
Tel. +49 8322 6759

Der Verein

Unser gemeinnütziger Verein unterstützt und fördert den Erhalt und Pflege von Landschaft, Umwelt, Geschichte, Mundart und Brauchtum in Oberstdorf. Mehr

Unser Oberstdorf

Seit Februar 1982 werden die Hefte der Reihe "Unser Oberstdorf" zweimal im Jahr vom Verschönerungsverein Oberstdorf herausgegeben und brachten seit dem ersten Erscheinen einen wirklichen Schub für die Heimatforschung. Mehr

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