Gedicht „Eva, isa Schtammesmüettr”

von Regina Zengerle am 01.12.2015

Bei Erschaffung dr Wealt hot isa Heargott sich b’sunne:
„Wie mach’es, i möcht doch de Mensche viel Freida vergunne.
Am beschte, i laß a reacht schine Wealt erstông.
Se solled neab ihre Plôga öü viel Freid a ihr hông.”

So denkt a und ruckt die Sacha hin und hea:
„Do kut a Bearg hi und döt a Sea.
Uff deam groaße Platz wär a Schtadt reacht schi
Und i denes Winkele stell’ i a Dearfle hi.
Hinder ‘s Dearfle kut a Wôld, schi groaß und breit,
Und neabehi für ‘s Vieh a Weid.

Vu de Felse ra soll a Wasserfall, wo fescht bröüsed und zischt,
Und zwische d’ Wiesa ning a Weihar, schi riebeg für d’ Fisch.
Uff all die Pracht soll am Tag d’ Sunne schiene und z’nacht dr Mong.
Die Lit solled ‘s so schi fascht wie im Himl hông.

Wo na ferteg gwea ischt, hot a züe de Engl gseit:
„Iez lüegeds nu a, iez hon i a Wealt g’schaffe,
Wo nuiz meah dra üssetze kinnt öü dr allargschiedscht Ma!”
Druff hot a ‘s erscht Menschepaar ninggstellt und hot gseit:
„Iez weareder ‘s seah, wie’nes deana zwei gfällt.
Denn dös uine, dös weiß i gônz gwieß,
Die wend numma rüs us deam Paradies;
Wie weared die so glickle weare!”

Was se saged, weare’be gô glei heare –
Und Adam rieft: „O Eva lüeg! Wie ischt die Wealt so wunderschee.”
Doch Eva kleinlöüt druff: „Jawohl, dös wär all’s güet und recht,
doch nina findschte – a Caffee!”

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