Schprih und Huigärte

von Anton Köcheler am 01.06.1997

Logelars Otto, a groaße, dicka Maa, isch amol zum Metzgar Herberg in Lade inge kumme. Iez sind do an Hüfe so Summrfrischlarna dinn gwea. De ui hod um zwuinzg Pfeneg die Wurscht welle, de ondr 30 Gramm vu dänar, widr a ondre hod gmuid: „Schneiden’s doch ein bißchen weg, es ist doch zuviel”, und so isch des eweg widdr gange. Zmol isches em Otto z’ dumm woare und a gohd an Ladebuddl hi und rieft zu Herbergs Hanse num: „Du, Hans, wenn de gong die Zwuinzg-Gramm-Hüre ferdeg hoschd, no gisch br a ondrdhalb Pfünd Leabrkäs.”

Hagschbiels Edmünd hod se a Htis biie long i dr Loreddargasse und im obre Schdock hobba eddle Zimmerle fir de Hearrische grichd. Zimmermändlars Wilhelm hod d’ Arbad ghedd und wo ’s ferdeg gwea isch, hend’ses midanond agliaeged. Wie se em obre Schdock sind, klocked dr Edmünd a die Wändle hi und merkd, daß dogar kui Füllung din ischd. Neabes dr Tür siechda an üsgfallene Aschd im Täfer und lüeged i des Loh ning und siechd dur a Schwündklimmse bis is ondr Kämarle num. No reklamierd a glei: „He, desch doch a Glumb, do siechd ba und "heard ba doch alls rum und num, des kamma id so long.“ No hod dr Wilhelm gseid: „Wenn dr d’ Wändle z’ lüseg sind, kasches allad no dabede* long.”
*dabede = tapezieren

Weisse Gottlieb vu Koana* hod ghiered, mibba de zwuinzgar Johr. Bu Hofars Fehla uf dr Ridde isch die Hoachzydd gwea. Die Brüddlydd sind schu a wink a gschbässegs Pärle gwea. Mibba z’ Nachd hod Gottlieb huim welle, a hod öu an moards Niggl ghedd. Wo se no gange sind, do sind öu Seewegs Josef, Schäfflars Franz und dr Höug gange, hends ibrhold und sind bum Weiss im Garde ündrs Gadesfinschdr ghocked. Do hend se de Huigarte vum Hoachzyddspärle vrlose welle. Dr Höug isch hindrem Dreiflar Schmiere gschdonde, zum Lüege, wenn se kummed. Se sind no bold do gwea, sind i Küche ning, ded hoddes de Gottlieb glei an Kaschde hidrehd. Sui hod no an Huigarte welle, abr ea isch namma glei as Bedd. Vur Küche hea heard ba no nammas wie: „Leckbr doch . . .“ Ohne Liechd flackeda is Bedd und sui kud no öu glei noche. Se machd öu kui Liechd, tüed 's Häs ra und flacked weile züenem ning. A Wiehle hod se no a nen hi düddred und wil a id agid, froged sen no: „Gottlieb, bisch du glücklich?” No hoddar ’s Fidle hidrehd und gonz grandeg gseid: „Hold ding Mühl und schlof.” Sis isch glei garnuiz mea bassiered.
*Koana = Kornau

Hofars Fridolin hod amol vrzelld: „Do bine em Wiedach ghocked, ja was hone gong ghedd, hegschens zwuinzg halbe Bock und ned soviele Schnäps. Woll, wo ne no amol uf d’ Löue üsse bi, do hod doch dea Bock zmol afoche schdeache. Ih bi no bold gange, abr ih weiß huid noid, wie ne huimkumme bi, so hod dea Bock gniggled. Uis weiß e gwiß, am ondre Dag hone d’ Hand und Knie voola Flerga* ghedd und em Grind a Loh.“
*Flerga = Schürfwunden

Büechene Max isch ir Drifhidde dom gwea, no heard a, wie uina ob dr Hidde gonz jämmerle schried und oicheled. A lüeged no üe und siechd an Hearresche uf em Weagele hocke und hebd mid beid Händ an Füeß. A jommred und riebd a sing Füeß und muid, a sei broche. - Er sei in eine Rinne getreten und gestürzt. - Dr Max isch no hi und muid, daß des id so beas sei wie na dei. No langedam ündr d’ Axl und will em üfhealfe. Wo dea abr id drgliche düed und id üf will, no hod dr Max gseid: „Schdond bigodd üf und bleare moan und no löuffschd, des kemba nämle glei am Löuffe, ob dr Füeß ab ischd odr id.“

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