Oberstdorfer Skigeschichten: Von Skimeisterschaften in Oberstdorf

von Eugen Thomma am 01.12.2017

Ein Ereignis wie die bevorstehende der Skiflug-Weltmeisterschaft 2018 regt zum Nachdenken über frühere Skisportveranstaltungen an. Oberstdorf war und ist ein höchst anerkannter Veranstaltungsort. Neben vielen deutschen Meisterschaften im alpinen und nordischen Bereich ragen Weltmeisterschaften auf den Schanzen und Loipen heraus. Doch, wo liegt der Beginn? Wann und durch was wurde Oberstdorf als Veranstalter „hoffähig”? War es die erste Allgäuer Skimeisterschaft 1910? Oder waren es doch die „Deutschen Jubiläums-Skimeisterschaften 1930”, die mit den Deutschen Heeres- Skimeisterschaften verbunden waren?

Ein klares „Ja” zum Jahr 1930! Es sollen aber hier nicht die damaligen Wettkampfergebnisse, sondern mehr „das Drumherum” beleuchtet werden. Der Deutsche Skiverband bestand 25 Jahre und Oberstdorf hatte die Ehre, diese Jubiläums-Meisterschaft auszutragen. Es war für Oberstdorf und die Veranstalter alles Neuland. Riesengroß waren die Probleme, mit denen sich die Verantwortlichen zu befassen hatten. Die Hauptsorgen bereitete aber nicht die Organisation, nein, Petrus wollte nicht mitspielen, es mangelte an Schnee.

Die Meisterschaften waren für die Zeit vom 4. bis 9. Februar 1930 festgelegt. Am 18. Januar war in der Oberstdorfer Lokalzeitung zu lesen:

„Deutsche Skimeisterschaft und [...] Blumen! Wenn es nicht zum Weinen wäre, könnte man unbändig lachen. Lachen über das tolle Spiel der Natur, jetzt wo meterhoher Schnee liegen und eine Krachkälte sein sollte, jetzt sprossen auf sonnenseitigen Hängen lustig die Blümelein. [...] Wir brauchen Schnee, Schnee und nochmals Schnee. Zum Bekränzen des Siegers bei den Deutschen Skimeisterschaften winden wir den Lorbeerkranz, nicht einen Kranz von Schlüsselblumen.“

Wegen des starken Regens und Tauwetters mussten die auf den 18./19. Januar in Oberstaufen angesetzten Allgäuer Skimeisterschaften auf den 1./2. Februar verschoben werden. Diese Läufe sollten aber als Ausscheidungswettkämpfe der Allgäuer für die Teilnahme an der „Deutschen” sein, die wiederum am 4. Februar beginnen sollte. Der Skiverband geriet in Zeitdruck, weil der Meldeschluss auf den 26. Januar festgelegt war. Kurz entschlossen berief der Allgäuer Skiverband seine Läufer auf Sonntag, den 19. Januar, nach Oberstdorf, wo die Ausscheidungen für die Staffelläufer durchgeführt wurden.

„Die Anlage der Strecke verriet eine genaue Kenntnis einer nach norwegischer Art zu legenden Loipe”, ist in dem Pressebericht zu lesen. „Wegen Schneemangels im Tal lag der Start beim Gasthaus „Gebirgsaussicht” [Anm.: heute Hotel Oberstdorf] in Reute. Die Spur führte zuerst nach Jauchen, dann nach Kornau und weiter zum Stillachhaus und zum Wannenköpfle. In Richtung Walserschanz verlief die Strecke an der Straße entlang, stieg dann bis nach Schrattenwang an und forderte den Aktiven alles Können ab bei der Abfahrt zum „Bergkristall” und letztlich zum Karatsbichl. Apere Stellen, Waldstücke, verharschte Schneisen waren als ,Leckerbissen‘ in den Kurs eingebaut.”

Skigeschichten - Heft 71

Weil Petrus es im Tal nicht schneien ließ, musste der Startplatz des Sichtungslaufes höher gelegt werden. Am Gasthof „Gebirgsaussicht” im Ortsteil Reute (heute steht hier das „Hotel Oberstdorf”) stiegen die Läufer in die Spur.

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Der höchste Punkt des Laufes war bei der Alpe Schrattenwang erreicht. Zum Zeitpunkt des Laufes herrschte allerdings nicht die Schneelage wie auf dem Bild.

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Das „Café Bergkristall”, etwa auf der halben Fußstrecke vom Karatsbichl zum Schönblick, war bei allen Rennen ein ge- wisser Fixpunkt.

Der Berichterstatter vermerkt bei dieser Abfahrt:

„An jener Jungholzstelle konnte man sehen, wer überlegt, sozusagen mit Kopf und deshalb sturzfrei fuhr und wer wie ein Wilder drauflossauste, stürzte und viel Zeit verlor. Manche machten sich diese Stelle durch Stockreiten leicht, so eine Fahrart, die bei uns erfreulicherweise sehr selten zu sehen ist.“

12 der 31 Teilnehmer dieses Laufes waren Oberstdorfer: Bader Hans, Berktold Michl, Geißler Willy, Hofer Hans, Hofmann Willy, Klopfer Schorsch, Loos Ulrich, Schedler Liese, Schwarz Kaspar, Schwarz Ludwig, Seeweg August und Vogler Ignaz. Mit Schedler Liese stellte Oberstdorf auch den Sieger.

Es scheinen vor dem Rennen schon Läufer gesetzt worden zu sein, denn es finden sich in der Nennliste auch Namen, die bei der Ausscheidung nicht auftauchen. Folgende Staffeln vom Allgäuer Skiverband wurden nominiert:

1. Staffel: Koller Karl, Blanz Eduard, Blanz Simon (alle Hindelang), Schedler Liese (Oberstdorf) und Solleder, (Lech/Arlberg*).
2. Staffel: Hieble (Oberstaufen), Graf (Kempten), Bader Hans, Hofer Hans, Vogler Ignaz (alle Oberstdorf).
3. Staffel: Raidl Paul (Kempten), Witzigmann (Nesselwang), Wild Josef (Oberstaufen), Klopfer Schorsch, Schwarz Kaspar (beide Oberstdorf).

Wo keine Vornamen angegeben sind, fehlen sie in dem Bericht.

Der Arlberg gehörte damals noch zum Allgäuer Skiverband. Solleder war zu der Ausscheidung wie auch zur DM jeweils zu Fuß von Lech nach Oberstdorf „angereist”.

Insgesamt wurden für den 50 km-Dauerlauf 24 Starter, für den „18er” 150 Mann und für den Staffellauf (40 km) 14 Mannschaften gemeldet. Eine Staffel bestand damals noch aus fünf Läufern, von denen jeder eine bestimmte Teilstrecke zu laufen hatte. Einhundert Springer waren für die Konkurrenz auf der Schattenbergschanze vorgesehen. Neben den deutschen Sportlern gehen auch Österreicher, Norweger und Polen an den Start.

Zur gleichzeitig stattfindenden Deutschen Heeresskimeisterschaft sind an Nennungen eingegangen:

25 km-Patrouillenlauf: 5 Hochgebirgspatrouillen, 6 Mittelgebirgspatrouillen; für den 18 km-Patrouillenlauf: 14 Flachlandpatrouillen und als Sonderklasse 2 österreichische Patrouillen. Für den Heereslauf über 12 km waren 98 Flachländer und für den Heereslauf über 18 km 30 Hochgebirgsläufer und 42 Mittelgebirgsläufer gemeldet.

Bei Skiklubvorstand Wolfgang Hohenadl liefen die Fäden der Organisation zusammen. Sepp Brutscher, der Vater des späteren Skispringers Toni Brutscher, war für die Langlaufstrecken verantwortlich und musste diese den jeweils herrschenden Schneeverhältnissen anpassen. So konnte die eigentliche Meisterschaftsloipe über 50 km erst ca. 30 Stunden vor dem Start festgelegt werden.

Der Schneebelag für die Schattenbergschanze wurde teils mit Pferdefuhrwerken aus dem Oytal geholt und teils mit der Materialbahn (die Nebelhornbahn war noch im Bau) aus dem Seealptal herab gebracht.

Groß angekündigt war auch der im Rahmen der DM veranstaltete Jugendskitag am 5. Februar (siehe dazu Aufsatz „Rechnen genügend – Skilauf sehr gut”.

Die Marktgemeinde erläßt eine ganze Reihe von Anordnungen. So dürfen an verschiedenen Tagen Autos von auswärts nur bis zur Nikolauskapelle fahren, dort ist ein Parkplatz angelegt worden. Pferdefuhrwerke haben sich an genaue Fahrrouten zu halten. Die Ein- und Aussteigestelle für den Schattenberg-„Sprunghügel” befindet sich beim Hotel „Trettach” (später Nebelhornbahn-Hotel, heute Parkplatz an der Nebelhornbahn). Von dort, bzw. dorthin muss jedermann zu Fuß gehen.

Für die Meisterschaftstage werden die Preise für den Lohnfuhrwerksverkehr eigens durch gemeindliche Anordnung festgesetzt:

Ortsfahrten mit Einspännern 2,– RM (Reichsmark) und mit Zweispännern 4,– RM.

Die Veranstalter appellieren an die einheimische Bevölkerung in der Presse:

„In der Geschäftsstelle der Deutschen Skimeisterschaft, die jetzt auch nach außen und als Wettlaufbüro gekennzeichnet ist, sind jetzt alle möglichen für die Skimeisterschaft wichtigen und nützlichen Dinge zu haben, als da sind: das Festzeichen, das zum Eintritt für alle Veranstaltungen berechtigt [...] allen Einheimischen insbesondere den Geschäftsleuten sei im Interesse der Sachdringlichkeit empfohlen, ihren Postkartenverkehr bis zur Deutschen Skimeisterschaft nur mit den Festpostkarten zu erledigen.“

Eine ganze Zeitungsseite nimmt eine Skizze der Schattenbergschanze ein, auf der mit Nummern die Tribünenplätze angegeben sind und welche Farben die entsprechenden Bereiche haben. Ein Appell an die Gemeinde, den Hilfschutzmann Alois Fischer als Auskunftsperson am Bahnhof zu stationieren, findet im Gemeinderat Gehör.

Der Markt Oberstdorf legt sein Festtagskleid an. Häuser werden beflaggt und bekränzt, Wimpelketten über die Straßen gespannt und Triumphbogen aufgestellt. „Sämtliche Wappen der teilnehmenden Landesverbände, zu oberst am Bogen das Wappen des Deutschen Reiches und des Herrn Reichstagspräsidenten von Hindenburg, der ja Protektor dieser Veranstaltung ist, ferner die Wappen von Tirol, Österreich, Norwegen und Polen grüßen die ankommenden Wettläufer und Gäste.“

Mit Schulschluss am Samstag (1. Februar) ziehen Handwerker in die Schule ein, funktionieren Schulzimmer zu Büros um und stellen vor den Klassenzimmern Telefonkabinen auf. Die Reichswehr verlegt kilometerlange Fernsprechleitungen, um von den Streckenposten immer den neuesten Stand der Rennen am Ziel zu erfahren und auch das Rechenzentrum in der Schule mit neuesten Daten füttern zu können.

Rund 40 Pressevertreter erhalten je einen eigenen Arbeitsplatz. Unmittelbar unter den Fenstern der Presseräume sollen allabendlich die Siegerehrungen im Schulhof vorgenommen werden. Nicht nur für die Technik, auch fürs leibliche Wohl der Presseleute und Funktionäre wird gesorgt; die Schulküche wird zur Kantine. Oberstdorf ist gerüstet, die Meisterschaft kann beginnen!

Skigeschichten - Heft 71

Der Triumphbogen, mit den Wappen der teilnehmenden Landesverbände, empfing Sportler und Gäste am Bahnhofsplatz. Der Großteil der Besucher reiste noch mit der Eisenbahn an.

Nach vielen Mühen, Stoßseufzern und Stoßgebeten steht endlich am Sonntagabend (Dienstagmorgen ist der Start) die Strecke für den 50 km-Dauerlauf und den 12 km-Heereslauf fest. Der an der Schule vorgesehene Start ist wegen Schneemangel nicht durchführbar. Auch die Ausweichstrecke, vom Gasthof Kühberg ausgehend, weist zu wenig Schnee auf, so dass der Start erst am Ochsenhof möglich ist.

Pünktlich um 7.30 Uhr marschieren die ca. 125 Teilnehmer gemeinsam vom Marktplatz zum Start (man stelle sich heute vor, die Aktiven gut zwei Kilometer, bei einem Höhenunterschied von rund 100 Metern, zum Start marschieren zu lassen). Aber endlich ist es so weit: Vom Ochsenhof führt das Rennen auf der linken Talseite ins Oyal bis zur Gutenalpe. Auf die andere Oybachseite gewechselt, geht es zurück über die Ortruben - die oberen Gruben - Dietersberg - Gottenried - Spielmannsau - Oberau - bis zum Anstieg zur Kemptner Hütte. Die Loipe führt weiter über Christlessee - Burgstall - entlang der Straße bis Birgsau und hinauf zur Buchrainer Alpe. Von dort müssen sich die Läufer zur Rappenalpe - Biberalpe - immer ansteigend bis zum Haldenwanger Hof durchquälen. Die Rückfahrt verläuft parallel zur Steigspur auf der andern Talseite nach Birgsau - Renksteg - vorderer Eesch zum Ziel an der Volkschule.

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Mit dem Start am Ochsenhof war das Oytal das erste Tal, durch das die 50 km-Strecke führte.

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Ins Trettachtal führte die Loipe, nahe dem Christlessee, zur Einöde Gottenried (im Bild bei besseren Schneeverhältnissen).

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Nach 14 Kilometern erreichten die Läufer in Spielmannsau die erste Verpflegungsstation.

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Entlang der Straße führte die Spur durchs Stillachtal, wo, nach 27 km, in Birgsau die zweite Verpflegungsstation erreicht war. Anschließend erfolgte der steile Anstieg ins Rappenalptal.

Hunderte von Schneeladungen, die ín „Misttrucken” transportiert wurden, waren notwendig, um ein weißes Band von ca. einem Meter Breite vom Renksteg durch den schneefreien Eesch zum Ziel auf den Prinzenäckern zu legen.

Auf der Strecke liefern sich Gustl Müller (Bayerisch Zell), Otto Wahl (Zella Mehlis) und Motyka Zdzislaw (Warschau) einen heißen Kampf um die Spitze. Bei dem andauernden Schneetreiben ist das richtige Wachs ein Buch mit sieben Siegeln. Wahl führt nach einem Drittel der Strecke bereits mit sechs Minuten Vorsprung vor Gustl Müller. Dieser wachst in Birgsau seine Skier um, holt den Vorsprung auf und gewinnt mit fünf Minuten Vorsprung vor Wahl und weiteren fünf Minuten vor dem Polen. (Ludwig Schwarz erzählte mir einmal, dass der Müller Gustl in Birgsau sein Taschenmesser aus dem Hosensack gezogen, die Schneestollen von den Skiern gekratzt und dann Paraffin gewachst hat.)

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Schließlich war, nach 50 Kilometern, das Ziel auf den Prinzenäckern (heute Parkplatz der Oberstdorf Therme) erreicht. Man sieht die dünne Schneeschicht auf den Feldern, auf die eine schmale Schneespur vom Riedwald bis ins Ziel angelegt worden war.

Die Siegerzeit liegt bei 5.26:38 Stunden. Bester Allgäuer ist der Oberstdorfer Ludwig Schwarz auf dem 8. Rang. Das war eine exzellente Leistung des Alphirten, der noch nie vorher, nicht einmal im Training, über eine solche Distanz gelaufen war. Den 11. Rang belegte der Sonthofener Alpinist und Sportsmann Martl Feihl.

Am Ziel war eine große Anzeigentafel aufgestellt, wo immer die neuesten über Feldtelefon eingehenden Meldungen der Streckenposten angeschrieben wurden. Auf diese Art waren die Zuschauer während der ganzen Veranstaltung über den Stand des Rennens informiert.
Die damalige Regelung, dass die 50 km an einem Stück zu laufen sind und keine Runden zulässig sind, erschwerte die Loipenauswahl und zwang zu einer Fahrt durch drei Oberstdorfer Hochtäler. Verpflegstationen standen in Spielmannsau (Km 14), Birgsau (Km 27), Schwarze Hütte (Km 34), Birgsau (Km 40) und am Ziel (Km 50).

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Gezeichnet von den Strapazen des Laufes der glückliche Sieger Gustl Müller aus Bayerisch Zell.

Als eine besondere Delikatesse stellte sich der Staffellauf dar. Alleine schon die Streckenführung hatte es in sich. Vom Café Speiser am Burgbichl musste der Startläufer zum „Bergkristall”, von wo der zweite Mann der Staffel nach Schrattenwang hinauf zu schinden hatte. Ein starker Abfahrer war als Dritter notwendig. Er musste von Schrattenwang zum Karatsbichl hinunter, um dort den vierten Mann über den Eesch nach Gruben ins Rennen zu schicken. Der Schlussläufer übernahm dort und musste über den Burgstall zurück durch den Eesch ins Ziel an der Schule. Die zwischenzeitlich eingetretenen Schneefälle machten diese Streckenführung möglich.

Den krönenden Abschluss des großen Sportfestes bildete der Sprunglauf auf der Schattenbergschanze, über die sich die Presse wie folgt äußerte:

„Infolge ihrer ungewöhnlich günstigen Lage in einer Mulde und mit den dort sehr umsichtig angelegten Tribünen, verfügt Oberstdorf sicherlich über die vollendetste deutsche Sprunghügelanlage, ein Bau, der im Profil und Ausmaß zu den größten Anlagen der Welt gehört“.

Nachdem am Samstag beim Langlauf die drei ersten Anwärter auf den Meistertitel (18 km-Lauf und Sprunglauf) Müller, Böck und Czech ausgeschieden waren, war die Meisterschaft völlig offen. 6.000 Zuschauer säumten die Schanze, als die mit 90 Springern beschickte Konkurrenz begann.

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Oberstdorfs einziger Teilnehmer am Meisterschaftsspringen war Liese Schedler.

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Eigens zur Meisterschaft wurden links und rechts des Auslaufes Tribünen für die Zuschauer angelegt. Tage vor dem abschließenden Springen war auf der Schattenbergschanze alles parat, nur der Schnee fehlte.

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Hilfe kommt von oben! Viele Pferdewagen-Ladungen Schnee wurden aus dem Oytal angekarrt. Und etwas ganz Neues: Mit der Materialbahn, die dem Bau der Nebelhornbahn diente, wurde vom Seealptal das „weiße Gold” angeliefert.

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Auf Hörnerschlitten verladen, gelangte der Schnee im Gegenzug an die Schanze. Damit konnte die Anlage präpariert werden.

Das Leistungsgefälle war riesengroß. Während andere bei 30 Metern landeten, zog Walter Glaß auf 56 und 54 Metern hinunter und wurde Dritter. Auf Rang zwei kam Loisl Kratzer aus Rottach-Egern mit Sprüngen von 56 und 55 Metern. Er wurde nur noch von Erich Recknagel aus Oberschönau übertroffen. Mit 53 und 59 Metern, dem neuen Schanzenrekord, sicherte er sich den Sieg. Durch einen Rechenfehler war der Schlesier Heinz Ermel eine halbe Stunde lang Deutscher Meister im Skisprunglauf 1930. Dann wurde der Irrtum entdeckt und Erich Recknagel zum Sieger erklärt. Der Titel und der „Goldene Ski” gehörten ihm.

Unter den Zuschauern beim Sprunglauf befand sich auch Kronprinzessin Juliane der Niederlande, die damals mit ihren Eltern, der Königin Wilhelmine und Prinzgemahl Heinrich, im Oberstdorfer Hotel Wittelsbacher Hof einen Winterurlaub verbrachte.

Doppelsieger bei den Heeresmeisterschaften wurden die Kemptner Jäger. Das III. Bataillon des Bayer. 19. Infanterieregiments stellte die siegreichen Staffeln. Kommandeur des Bataillons war damals Major Eduard Dietl, der spätere General der Gebirgstruppe.

Oberstdorf hat die erste skisportliche Großveranstaltung durchgeführt, die zu einem glänzenden Erfolg wurde. Der Skiklub und der Markt Oberstdorf haben sich damit als Veranstalter und Austragungsort qualifiziert und für weitere Großveranstaltungen bestens empfohlen.

Welches Interesse die Jugendveranstaltung fand, zeigte das Echo in der Presse. Neben deutschen Blättern berichteten u. a. schwedische, englische, französische und amerikanische Illustrierte, mit zum Teil großen Bild-Reportagen, von dem Geschehen am Jugendskitag. Man kann fast sagen, die Kleinen stahlen den Großen die Schau.

Der damals aufgenommene Dokumentarstreifen des Jugendskitages ist heute eine skisportliche und historische Köstlichkeit.

Kontakt

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1. Vorsitzender
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Deutschland
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