110 Jahre Turn- und Sportverein (TSV) Oberstdorf

von Alexander Rößle am 01.12.1998

Bemerkung der Redaktion: Im Hinblick auf die Bedeutung und die große Zahl seiner Mitglieder (ca. 2.200) wird anläßlich seines 110jährigen Jubiläums außer der Reihe der Turn- und Sportverein (TSV) Oberstdorf vorgestellt.

Historisch-politische Dimension des Turnens und des Sports

Was heute so verständlich klingt, Turnen, Sport, Turnhalle, Sportplatz usw., mußte zunächst einmal erfunden werden. Als 1811 „Turnvater Jahn” das Turnen auf der Hasenheide bei Berlin einführte, waren bis dahin nur die Leibesexerzitien der Aristokraten (Reiten, Fechten, Tanzen) gefragt. Das vaterländisch-jahnsche Turnen in der Öffentlichkeit wurde zu einer entscheidenden Antriebskraft für die Turn- und Sportbewegung. Als nach den Befreiungskriegen die Turnbewegung nachdrücklich gegen die eingeschränkten Freiheitsrechte auftrat, wurden die Turnvereine 1820 in den meisten deutschen Staaten durch die „Turnsperre” verboten.

Trotz aller polizeistaatlichen Maßnahmen konnte in den folgenden Jahrzehnten die freiheitliche Idee der Turner nicht unterdrückt werden.

Als die Turner in der Revolution von 1848/49 mit auf die Barrikaden gingen und der Versuch, eine freiheitliche Verfassung zu schaffen, scheiterte, mußten viele Turner nach Amerika und in die Schweiz emigrieren. Da die nationale Einigung unter der Führung Preußens erwartet wurde, kam es zu einer Belebung der Turnbewegung. Im oberen Allgäu entstanden dabei die Turnvereine in Immenstadt, Oberstaufen, Blaichach und Sonthofen.

Die Gründerzeit des TSV (1887 - 1889)

Im Sommer des Jahres 1887 lernten sich in Oberstdorf zwei begeisterte „Jünger Jahns” kennen. Es waren dies der ältere Turner Theodor Ruehs und der 19jährige Robert Reh. Ihnen schlossen sich folgende Herren an: Josef Steiner, Josef Huber, Claudius Hochfeichter, Joseph Thannheimer (genannt Doff), Albert Gschwender, Otto Reh, außerdem einige Handwerksgesellen wie Magnus Thannheimer (genannt Mang) und Adolf Füßler. Geturnt wurde in der Tenne von Michael Hochfeichter.

Im Herbst 1888 fand im Gasthaus »Zum Löwen« die Gründungsversammlung statt. Dies muß im September oder anfangs Oktober gewesen sein, da im Protokoll des Feuerwehrvereins vom 18. Oktober 1888 der neugegründete Turnverein erwähnt wird. Erster Vorstand wurde der damalige Betriebsleiter der Lokalbahn, Friedrich Schiennert. (Ein Foto der Gründungsmitglieder war 1935 noch im Besitz des Vereins und ist leider verlorengegangen.)

1888/89 konnte erstmals im Winter im Sitzungssaal der Marktgemeinde geturnt werden. 1889 wurde Dr. Ulrich Reh Vorstand. Der Verein hatte 12 aktive und 32 passive Mitglieder. Der Monatsbeitrag betrug 20 Pfennig.

Der TSV wächst (1890 - 1918)

1890 nahm der TSV bereits die Jugendarbeit auf. 14 „Zöglinge” kamen in die Turnstunde. Daß beim Turnverein nicht nur geturnt, sondern auch deutsches Liedgut gepflegt wurde, zeigt der Kauf von 12 Liederbüchern im Jahr 1891. Auch die „Kneipabende” wurden anscheinend gut besucht, da 1893 ein Turnertrinkhom um 40 Mark angeschafft wurde. (Dieses Turnertrinkhorn war in Fremdbesitz gekommen, wurde von den Kirchsträßlem aufgekauft und dem TSV zur 100- Jahr-Feier dankenswerterweise zurückgegeben.)

1896 war Fahnenweihe! An Sammelspenden gingen ein: Fabrik 18 Mark, Obermarkt 224 Mark, Untermarkt 152 Mark und von Ludwig Witsch 100 Mark. 1897 wurde unter den Vereinsmitgliedern erstmals der Wunsch nach einer Turnhalle laut. Ab Sommer 1899 turnte man im Dachboden des 1889 neu erbauten Spritzenhauses. Im Winter konnten die Turner ihren Sport im Hotel »Sonne« (Saalmiete 1 Mark), später im »Trettachhotel« (Nebelhornbahnhotel) und im »Bahnhofshotel« betreiben.

Im Jahre 1900 wurde Hofrat Dr. Ulrich Reh Ehrenmitglied, bei der „Bank” in Sonthofen wurde ein Konto angelegt. 1904 wurde erstmals ein freier Turnplatz für den Sommersport bei der Schießstätte (Vorläufer des Oybele) genannt. Johann Georg Buhl wurde 1. Vorstand, und ein über 30jähriger Kampf um eine Turnhalle begann. Beim Neubau des Schulgebäudes (jetzt Grundschule) im Jahre 1908 wurde in dessen Keller auch ein Turnlokal eingeplant. Eine 1909 installierte Lotterie für den Neubau einer Turnhalle wurde durch das Bayerische Innenministerium aufgelöst, und G. Roppelt übernahm die Vörstandschaft mit der Auflage, daß die Vereinsangelegenheiten wieder in Sitzungen und nicht am Biertisch besprochen werden.

Beim Waldfest des TSV auf der Hofmannsruh sind 13 hl Bier ausgeschenkt worden. Kurz vor dem 1. Weltkrieg feierte der TSV sein 25jähriges Gründungsfest mit einer sportlichen Großveranstaltung, an der 20 Sportvereine aus dem Allgäu und aus Vorarlberg teilnahmen. Kassier Kerle stellte einen Gewinn von 242 Mark fest. Dies waren die letzten Aufzeichnungen vor dem 1. Weltkrieg. Fast die gesamte Vörstandschaft mußte zu den „Fahnen” einrücken. Der Turnbetrieb ruhte über 4 Jahre.

1919 - 1941 - Zwischen den beiden Weltkriegen

Die Zeit nach dem 1. Weltkrieg war durch den Buhlschen Kampf um die Turnhalle geprägt. Im November 1919 trat erstmals eine Damenriege in Erscheinung.

1920 erging ein Antrag an die Gemeinde, dem TSV ein Grundstück zum Bau einer Turnhalle zu überlassen. Der TSV-Antrag wurde durch den Gemeinderat befürwortet, jedoch unter dem Vorbehalt, daß zuerst ein ausreichender Baufond vorhanden sein müsse. Die Vorführungen der TSV-Theatergruppe im »Trettachhotel« mit den Stücken „Die Schublade” und „Der Kashof” vor vollen Häusern brachte Geld in den Turnhallenfond.

„Aus Gründen der höchsten Notwendigkeit”, so das Protokoll der außerordentlichen Generalversammlung vom 6. April 1921, gründeten 35 Turner einen Feuerwehrzug, und 63 Mitglieder traten der Freiwilligen Feuerwehr bei. 1923 schloß sich der Fußballclub dem TSV an, und die Skiabteilung „Die Wilden” wurde gegründet.

1924 erstellte Architekt Willi Huber einen Plan für den Oybelesportplatz, und 1926 wurde mit der Planierung begonnen. Die „Wilden” veranstalteten ein Skirennen von der »Weißen Wand« bis nach »Lorette«, Siegerzeit: 11 Minuten. 1928 schenkte Brauereibesitzer Karl Richter dem TSV ein Grundstück südlich der Volksschule. Durch einen Grundstückstausch erhielt der Verein einen günstig gelegenen Bauplatz nordöstlich der Volksschule. Ein erneuter Bauantrag wurde von der Regierung in Augsburg mit dem Hinweis abgelehnt, die geplante „TS V-Fest- und Turnhalle” solle doch bei dem schon bestehenden Sportplatz und der bereits genehmigten Freibadeanlage im Oybele situiert werden.

Der Fußballclub Oberstdorf wurde wieder ein eigenständiger Verein. 1929 stimmte die Regierung von Schwaben und Neuburg einem erneuten Antrag des TSV zum Bau einer kleineren Turnhalle zu. Der TSV räumte dem FCO - der bisher Gegner eines Oybelesportplatzes war und einen eigenen Sportplatz am Renksteg bevorzugte - ein Spielrecht auf dem Oybelesportplatz ein.

Turnverein - Heft 33

TSV-Männer- und Frauenriege 1923 vor der Volksschule (Ludwigstraße)

hinten (v. I.) in „Zivil”: Josef Stiegler (Frauenturnwart), Johann Georg Buhl (1. Vorstand);

stehend (v. I.) - Männer: Georg Schwendinger, Max Dreher, Georg Bernegg, Georg Kederer, Michael Rees, Alois Schedler, Kaspar Herzog;

Damen: Emma Maile, Rosina Haas (Merk), Hilde Dreher, Resi Herzog, Olga Schwendinger;

sitzend (v. I) - Männer: Willi Herzog, Alex Merk, unbekannt, Anton Jäger.

1932 wurde Johann Georg Buhl Ehren vor stand. Eine Schwimmriege wurde gegründet und trainierte im Moorbad für 15 Pfennig pro Person. 1933 beschloß der Gemeinderat den Bau einer Turnhalle. Die gesamte Vorstandschaft trat am 10. Mai zurück. In einer außerordentlichen Hauptversammlung mußte nach dem „Gleichschaltungsgesetz” der Nationalsozialisten die Satzung geändert werden. Johann Georg Buhl wurde „Vereinsführer” und konnte bereits am 4. Oktober den Spatenstich zum Bau der langersehnten und hart umkämpften Turnhalle mit Bühne und Ausschank tätigen. Am 18. März 1934 erfolgte die Grundsteinlegung. Zwischen dem TSV und der Marktgemeinde wurde ein Vertrag über die Hallennutzung geschlossen.

Danach stand dem TSV neben den nationalsozialistischen Organisationen ein Nutzungsrecht zu. Dafür trat der TSV seinen Bauplatz unentgeltlich der Gemeinde zu deren Eigentum ab. Der TSV wurde verpflichtet, seine Jugendlichen bei der Hitlerjugend anzumelden. Bereits am 14. Januar 1935 wurde der Turnbetrieb in der Turnhalle aufgenommen. Die gesamte Geräteausstattung im Wert von 10.000 Mark stellte der TSV der Schule und den anderen Vereinen sowie den Organisationen der NSDAP zur Verfügung.

Turnwart Felix Siebert führte erstmals in Oberstdorf eine Skigymnastik ein. Die althergebrachte Turnerkneipe wurde leider eingestellt. Jakob Schreiber, der spätere langjährige Turnwart des TSV, wurde Vorturner. 1936 wirkte die Damengymnastik beim Empfangsabend anläßlich der Deutschen Skimeisterschaften mit. Wie 1914, so mußten auch 1939 fast alle aktiven Turner in den Krieg. 1941 wurde der Turnbetrieb eingestellt.

1945 - 1989 - Der Turnverein wird zum Sportverein

Die Turnhalle wurde von der französischen Besatzungsmacht beschlagnahmt und die TSV-Fahne als Teppich zweckentfremdet. Im Mai 1946 wurde der Turnbetrieb wieder aufgenommen. Das 1. Schwäbische Bezirksturnfest wurde vom TSV Oberstdorf organisiert. Durch die Gründung einer Boxriege und einer Tischtennisabteilung im Jahre 1947 erfolgte eine starke Belebung im Verein.

In den folgenden Jahren wurde die Turnhalle mit seiner großen Bühne, einer Bewirtschaftung und einem herrlichen Parkettfußboden zum kulturellen Mittelpunkt in Oberstdorf. Für den Sportbetrieb wurde es allerdings sehr eng. 1949 wurde der Bau eines kleinen Sportplatzes an der Ostseite der Turnhalle (jetzt Kurhaus) in Angriff genommen. 1951 fand der letzte reine Turnwettkampf zwischen dem TSV Oberstdorf und dem TV Blaichach statt.

1953 feierte der TSV mit einem Umzug und Festabend in der Turnhalle seinen 65. Geburtstag. Durch den Bau der Filmbühne (jetzt Plus-Filiale) und die Verlegung der kulturellen Veranstaltungen dorthin trat eine große Erleichterung in der Turnhallenbelegung ein. 1955 wurde die Boxabteilung aufgelöst. Wendelin Schiebel wurde 1957 Vorstand. Mit einem Schauturnen und einer Werbeveranstaltung trat der TSV 1958 an die Öffentlichkeit. 1959 nahm das Jugendturnen unter dem Übungsleiterehepaar Schreiber einen starken Aufschwung. Über 400 Meldungen wurden in diesem Jahr für Turnwettkämpfe abgegeben.

Zusammen mit dem FCO plante der TSV mit seinem 1. Vorstand und Architekten Wendelin Schiebel das neue Oybele-Stadion. Die Basketballabteilung wurde gegründet. Die Marktgemeinde schloß mit dem TSV und dem FCO einen Überlassungsvertrag für den Oybelesportplatz ab. 1961 war Baubeginn für das Oybele-Stadion. Mit dem Kauf eines Trampolins (1962) erfolgte der Start einer neuen Sportart im TSV. Im gleichen Jahr erfolgte die Gründung einer Postsportgemeinschaft, die sich als Abteilung dem TSV anschloß.

1963 wurde mit einem Festabend in der Turnhalle das 75jährige Bestehen des Vereins gefeiert. Karin Mack wurde Schwäbische Meisterin im Trampolinturnen. Das Erbbaurecht über das Oybelegelände mußte 1964 an die Marktgemeinde zurückgegeben werden. Das Oybele-Stadion ist mit viel Eigenleistung von TSV und FCO fertiggestellt worden. Die Leichtathletik wurde insbesondere durch die Postsportabteilung wieder ins Vereinsangebot aufgenommen. Im neuerbauten Lehrschwimmbecken nahm das Kinderschwimmen einen großen Aufschwung.

1967 schloß die Schriftführerin Kurz das letzte Protokollbuch des Vereins. Die Protokolle werden künftig auf Einzelblättern mit Maschine geschrieben. 1968 wurde der Mitgliedsbeitrag auf 18 DM angehoben. Eine Satzungsänderung brachte den Wegfall von „alten Zöpfen”. Der Begriff „Sport” fand vermehrt Eingang in die überarbeitete Satzung. Eine neue Fahne wurde in Auftrag gegeben, da die alte (siehe 1945) nicht mehr zu gebrauchen war. 1969 übernahm die Postsportabteilung die Ausrichtung der »Internationalen Postskimeisterschaften« mit Mannschaften aus Italien, der Schweiz, Österreich und Frankreich.

Gerlinde Nobis wurde Bayerische Jugendmeisterin im Trampolinturnen. 1970 konnten die Basketballer in die neuerbaute Gymnasiumsturnhalle umziehen, und in der Grundschulturnhalle wurde dadurch Platz für eine neue Tischtennisabteilung.
Nachdem 2. Vorstand Andras Rößle schon einige Jahre die Geschicke des Vereins geleitet hatte, wurde er 1971 zum 1. Vorstand gewählt. Der Verein hatte nun ca. 300 Mitglieder in den Abteilungen Badminton, Basketball, Geräteturnen, Gymnastik, Leichtathletik, Postsport, Rodeln, Schwimmen, Sportabzeichen, Tischtennis und Wandern. 1972 wurde zum schwarzen Jahr für das gesellschaftliche Leben im TSV. Die Bühne der Grundschulturnhalle wurde dem neuen Kurhaus geopfert. Nach einer (leider) nur mündlichen Zusage des Kurdirektors sollte der TSV das neue Kurhaus dreimal im Jahr unentgeltlich für Veranstaltungen nutzen können.

Ab 1973 wurden die Sportstätten in Oberstdorf durch das Sportamt betreut. Im TSV wurden 3.010 ehrenamtliche Stunden geleistet und fast 10.000 km mit privaten Pkw zurückgelegt. 1974 zogen die Schwimmer vom Lehrschwimmbecken der Schule ins Brandungsbad. Das Beitragseinzugsverfahren wurde eingeführt. Der TSV führte 1975 den ersten Lauftreff im Allgäu ein.

Eine Geschäftsführerin übernahm erstmals in der Vereinsgeschichte die wichtigsten Verwaltungsarbeiten. 1977 wurde die Leichtathletikjugend (G. Eltrich, Th. Müller, B. Suchy) Schwäbischer Staffelmeister. Das Karate-Dojo wurde eine Abteilung im TSV, und die Basketballmädchen wurden Bayerische Meister. 900 Mitglieder waren nun im Verein.

1978: Der 10. Oberstdorfer Leichtathletiktag fiel wegen Unbrauchbarkeit der Aschenbahn im Oybele aus. Der »1. Gebirgstälerlauf« wurde durchgeführt, und eine der ersten Seniorensportgruppen im Allgäu wurde gegründet. Im Jahre 1979 wurden 7.200 ehrenamtliche Stunden im TSV geleistet. Die Hauptschul-Doppelturnhalle mit Schwimmbecken wurde fertiggestellt. Ab 1980 konnte die TSV- Jugend den ausschließlich mit Eigenleistung erbauten Jugendraum in der Grundschulturnhalle nutzen. Die Basketballdamen spielten in der Regionalliga. 1981 wurde die Karatejugend Bayerischer Mannschaftsmeister, und die Leichtathleten konnten in die neue Wettkampfstätte am Gymnasium umziehen.

Im September 1982 war der Start zum »1. Fellhornberglauf«. 1983 wurde die Mitgliederverwaltung auf EDV umgestellt. Neu im Angebot war die Wirbelsäulengymnastik und das Mutter-und-Kind-Turnen. Vorstand Anderl Rößle erhielt die »Silberne Verdienstmedaille des Marktes Oberstdorf«. Herbert Franke wurde Deutscher Berglaufmeister und gewann den Europacup. Die Trampolindamen wurden 1984 Schwäbische Meister, und die Aerobic hielt Einzug beim TSV. Harald Knyrim wurde 1985 Bayerischer Jugendmeister im Hochsprung.

Turnverein - Heft 33

Karate 1987

Cheftrainer Adi Kleis mit der Meistermannschaft Wolfgang Schugg, Andreas Lutz und Markus Karlinger.

Im Jubiläumsjahr 1988 hatte der Verein über 2.000 Mitglieder. Mit einer ökumenischen Andacht, einem Festakt im kleinen Kursaal, einem Festumzug durch den Ort mit anschließendem Spielfest auf dem Gymnasium-Sportplatz sowie einer großen Sportschau im Kurhaus feierte der TSV sein 100jähriges Jubiläum. Der TSV erhielt die Sportplakette des Bundespräsidenten der BRD für die in „langjährigem Wirken erworbenen besonderen Verdienste um die Pflege und Entwicklung des Sports”.

1989 - 1998 - Die 10 Jahre nach dem 100jährigen Jubiläum

1989: Ein Kleinbus wurde angeschafft und eine zweite Seniorengruppe für „Ältere” gegründet. 1990 wurde der Beitrag auf 54 DM für Erwachsene und 78 DM für Familien angehoben. Ende 1991 hatte der Verein fast 2.300 Mitglieder. Über 8.000 ehrenamtliche Stunden wurden geleistet. Gabi Übler wurde Schwäbische Meisterin im Trampolinturnen. Die Aerobic boomte, teilweise waren 150 Teilnehmer in der Hauptschulturnhalle. Der TSV war Ausrichter der Deutschen Berglaufmeisterschaft am Fellhorn. Im Jahre 1992 hatte der TSV 22 eigenständige Gruppen bzw. Abteilungen. Wöchentlich waren ca. 1.300 Mitglieder in den Hallen oder auf dem Sportplatz sportlich aktiv. Die Koronargruppe trat dem TSV bei.

1993 wurde Gerhard Söllinger zum 1. Vorstand gewählt. Andreas Rößle wurde Ehrenvorstand. Eine eigene EDV-Anlage erleichterte die Geschäftsführung. 1994: Fast 2.400 Mitglieder zählte nun der Verein. Der Jahresbeitrag mußte auf 60 DM für Erwachsene und 90 DM für Familien angehoben werden. Eine Triathlongruppe für Jugendliche war im Aufbau. 1995: Der TSV übernahm die Ausrichtung des »31. Allgäuer Turner-Jugendtreffens«. 1.000 Jugendliche kamen nach Oberstdorf. 700 Kinder und Jugendliche wurden nun im TSV sportlich betreut. 1996 ist die Grundschulturnhalle renoviert worden. Eine neue Gymnastik, „Fit für Sie und Ihn”, wurde installiert: Fitness-Gymnastik für beide Geschlechter. Der Oberstdorfer Gebirgstälerlauf wurde zum 20. Mal durchgeführt. 1998 fanden die Deutschen Meisterschaften im Berglauf am Nebelhorn statt. Der TSV feierte am 24. Oktober mit der Vorstellung seiner Abteilungen in der Grundschulturnhalle sein 110jähriges Bestehen.

Zukunft und Perspektiven des TSV

An einen modernen TSV wird die Zukunft besondere Erwartungen herantragen, wie a) die Vermittlung von Erfolgs- und Bewegungserlebnissen, b) die Hinführung zu einer aktiven Lebensgestaltung und zur Gesunderhaltung, c) das Angebot von Geselligkeit, Freude und Spaß und d) die Integration aller gesellschaftlichen Gruppen. „Sport für alle” muß weiterhin das Ziel des Turn- und Sportverein Oberstdorf bleiben. Gemessen wird der Sport in Zukunft nicht mehr ausschließlich an Rekorden und Medaillen, sondern was er zur Gesunderhaltung und zur Freude der Menschen jeden Alters zu tun vermag.

Kontakt

Verschönerungsverein Oberstdorf e.V.
1. Vorsitzender
Peter Titzler
Brunnackerweg 5
87561 Oberstdorf
Deutschland
Tel. +49 8322 6759

Der Verein

Unser gemeinnütziger Verein unterstützt und fördert den Erhalt und Pflege von Landschaft, Umwelt, Geschichte, Mundart und Brauchtum in Oberstdorf. Mehr

Unser Oberstdorf

Seit Februar 1982 werden die Hefte der Reihe "Unser Oberstdorf" zweimal im Jahr vom Verschönerungsverein Oberstdorf herausgegeben und brachten seit dem ersten Erscheinen einen wirklichen Schub für die Heimatforschung. Mehr